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Schafhaltung in Deutschland - Im Vergleich zu anderen Produktionszweigen auf dem Agrarsektor spielt sie eine untergeordnete Rolle

Unbefriedigende wirtschaftliche Lage

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ble
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Die wirtschaftliche Lage auf dem Schafsektor gilt hierzulande als unbefriedigend.

Ökonomische Situation: Im Vergleich zu anderen Produktionszweigen der Landwirtschaft spielt die Schafhaltung eine untergeordnete Rolle. Nach einer Studie ist die wirtschaftliche Lage der deutschen Schäfereien und schafhaltenden Betriebe unbefriedigend. Das statistische Bundesamt berechnet Erzeugerpreisindizes und weist für Schafe und Ziegen 2020 gestiegene Preise aus. Auch im ersten Halbjahr 2021 setzte sich dieser Trend fort. Für Mai 2021 wurde gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 28,4 Prozent, für Juni 2021 ein Anstieg um 28,8 Prozent beobachtet. Vermarktung der Wolle: Der Wollverkauf spielt seit Jahrzehnten keine große Rolle mehr. Seit den 1990er Jahren erfolgte ein Preisverfall. Heute geben Betriebe ihre Wolle meist an Wollhändler ab. Es gibt im Grunde zwei Wege, dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken: Zum einen werden neuerdings Schafe ohne Wolle gezüchtet, die Nolana-Schafe. Zum anderen wird versucht, in vielen innovativen Ansätzen die heimische Wolle in der Region zu halten und ihr wieder einen Wert zu verschaffen. Zum Beispiel wird Rohwolle zu Pellets gepresst und im Gartenbau als Düngemittel eingesetzt. Vermarktung von Lämmern: Aus ökonomischer Sicht ist die Fleischvermarktung, speziell die Vermarktung von Lämmern, am wichtigsten. Hier entscheidet sich, ob ein Betrieb rentabel wirtschaftet. Es gibt Schäfereien, die einen eigenen Schlachtraum besitzen und ihr Schaf- und Lammfleisch direkt vermarkten. Andere nehmen an speziellen Markenprogrammen für Lammfleisch teil, die mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kooperieren. Sowohl in der Direktvermarktung als auch über den LEH ist die Vermarktung von Lammfleisch ein eher saisonales Geschäft mit ausgeprägten Spitzen vor Ostern und Weihnachten. Schaffleisch in Zahlen: Die Produktion von Schaffleisch spielt in Deutschland im Vergleich zu den anderen Fleischarten eine geringe Bedeutung. Die Schlachtmenge betrug 2020 nach vorläufigen Zahlen rund 33 000 Tonnen, was nur etwa 0,3 Prozent der gesamten Schlachtmenge entspricht. Der Konsum von Schaf- und Ziegenfleisch ist seit Jahren konstant: 2020 lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei einem Kilogramm. Der Import von Schaf- und Ziegenfleisch lag 2020 bei 53 200 Tonnen, die Ausfuhr nur bei 5800. Die heimische Produktion reicht also bei weitem nicht aus, um den hiesigen Bedarf zu decken, was sich auch in einem Selbstversorgungsgrad von 39,7 Prozent widerspiegelt. Nach vorläufigen Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft wurden aus Neuseeland 2020 rund 18 800 Tonnen eingeführt. Auf dem zweiten Platz liegt das Vereinigte Königreich mit etwa 14 660 Tonnen. Größter Lieferant innerhalb der EU ist Irland mit 5920 Tonnen. Vorschriften für die Haltung: Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) spart Schafe aus. Es gibt keine speziellen Abschnitte und daraus abgeleitete Verordnungen wie zum Beispiel für Kälber, Legehennen oder Schweine. Trotzdem gelten die allgemeinen Bestimmungen der TierSchNutztV sowie des Tierschutzgesetzes (TierSchG) auch für die Schafhaltung. Weiter geben die Europaratsempfehlungen für die Haltung von Schafen von 1992 Orientierung. Manche Bundesländer oder Behörden auf regionaler Ebene haben aus diesen Quellen eigene Empfehlungen, Leitlinien oder Merkblätter erarbeitet. Ökologische Schafhaltung: Rund 14 Prozent der Schafe wurden in Deutschland 2020 in ökologisch wirtschaftenden Betrieben gehalten. Im Vergleich zu den anderen Nutztieren ist das ein hoher Wert. Nur der Anteil der ökologischen Ziegenhaltung toppt das noch mit 34 Prozent. Viele Betriebe, die auf Schaf- und Ziegenmilch spezialisiert sind, stammen aus dem ökologischen Landbau. Zum 1. März 2020 gab es bundesweit 2744 schafhaltende Betriebe in ökologischer Wirtschaftsweise, die zusammen rund 243 800 Schafe hielten. Bayern weist die meisten Betriebe auf (901), gefolgt von Baden-Württemberg (391). Milchschafe als Nische: Milchschafe werden größtenteils unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus gemolken. Die Milchschafhaltung ist dort eine kleine aber hochspezialisierte Nische. Entweder wird die Milch selbst zu Käse oder Joghurt verarbeitet und ab Hof vermarktet oder an Molkereien abgeliefert. In den vergangenen Jahren eroberten immer mehr Produkte aus Schaf- und Ziegenmilch die Regale des LEH. Laut Statistik gab es im November 2020 rund 13 400 Milchschafe in Deutschland. Hochburgen der Produktion von Schaf- und Ziegenmilch liegen in Süddeutschland. Ist von Milchschafen allgemein die Rede, sind damit in der Regel die beiden Rassen ostfriesisches Milchschaf und Lacaune gemeint. Herausforderungen für die Zukunft: Die größte Herausforderung für Schäfereien und schafhaltende Betriebe ist der Herdenschutz. Bei den von Wölfen in Deutschland 2020 getöteten oder verletzten Nutztieren handelte es sich zu 89 Prozent um Schafe und Ziegen. Fachleute sind sich einig, dass es einen 100prozentigen Herdenschutz nicht geben kann. Wolfsabweisende Zäune weiterzuentwickeln und Herdenschutzhunde in die Schafherden zu integrieren, ist jedoch für die ganze Branche zukunftsentscheidend. Viele Bundesländer fördern den Herdenschutz bereits in unterschiedlichen Intensitäten, was den zusätzlichen Arbeitsaufwand, das Material sowie die Herdenschutzhunde angeht.

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Die von der Gesellschaft zunehmend geforderten Tier- und Umweltschutzstandards betreffen die Schafhaltung bisher nur am Rande. Schäfer genießen gesellschaftliche Akzeptanz. Die Schafhaltung wird im Vergleich zu intensiven Tierhaltungssystemen als tiergerechter wahrgenommen. Tierwohl-Debatten umgehen die Schafhaltung jedoch nicht gänzlich: Derzeit werden bei Rassen mit bewolltem Langschwanz hauptsächlich aus hygienischen beziehungsweise gesundheitlichen Gründen, besonders bei Zuchttieren, die Schwänze kupiert. Das Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz hat sich dieser Problematik angenommen und in einem Projekt die Haltung von unkupierten Tieren getestet. Die Erfahrungen wurden veröffentlicht.

Im Oktober 2021 ging zudem das neue Tierwohlkompetenzzentrum Schaf an den Start. Dieses Verbundprojekt hat unter anderem das Ziel, das abgelaufene MuD Tierschutz-Projekt wissenschaftlicher zu vertiefen. Besonderes Augenmerk liegt außerdem auf der züchterischen Selektion auf Kurzschwänzigkeit. ble

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