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Preisvergleich - Wer zahlt denn wie viel für das Mostobst? / Neues „Streuobst-Barometer“

Mehr Transparenz bei den Erzeugerpreisen

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host
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In der Mostobstsaison von Anfang September bis Ende Oktober liefern Streuobstbewirtschafter ihre Ware an. © Hochstamm Deutschland

Rohrdorf. Sechs, zwölf, 25 Euro/Dezitonne: Wer zahlt wie viel für das wertvolle Obst aus Streuobstbeständen? Diese Frage beantwortet ab dieser Obstsaison der neue „Streuobstbarometer“. Zusammen mit Partnern aus Österreich macht Hochstamm Deutschland nun die Erzeugerpreise fürs Mostobst transparent.

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Milchbauern kennen ihn: den Preisvergleich ihrer Molkereien. Bei vielen landwirtschaftlichen Produk-ten – Kartoffel, Getreide, Fleisch – gibt es regelmäßige Veröffentlichungen zu den Preisen, die Abnehmer ihren Erzeugern ausbezahlen. Solch ein Vergleich der Erzeugerpreise fehlt bisher beim Mostobst. Der „Streuobstbarometer“ – eine Initiative von Hochstamm Deutschland, dem österreichischen Netzwerk Arge Streuobst und der Ökoland-Vertriebs Österreich – schafft Abhilfe. Sechs, zwölf oder 25 Euro/Dezitonnen: Welche Kelterei oder Abnehmer wie viel zahlt – kaum einer hat den Überblick. Das Streuobst-Preismonitoring zeigt deshalb, wer welche Preise für das wertvolle Mostobst zahlt. Transparente Preise helfen Mostobstlieferanten bei der Wahl, welcher Abnehmer für sie in Frage kommt. Zwischenhändler haben die Möglichkeit durch den Preisvergleich für höhere Preise zu argumentieren. Abnehmer bekommen Wissen über Preise ihrer Mitbewerber. Außerdem begünstigen faire Erzeugerpreise die Selbstdarstellung der Abnehmer.

Das gemeinsame Projekt der Arge Streuobst, der Ökoland-Vertriebs GmbH und Hochstamm Deutschland startet in diesem Jahr mit einer vereinfachten Version. Grundlage ist eine Online-Abfrage. Dort tragen Mostobstlieferanten ihre erlebten Erzeugerpreise ein. Nach Ende der Mostobsternte fassen die drei Initiatoren die abgelaufene Saison zusammen, erstellen eine Rangliste und zeigen Positivbeispiele. Dabei unterscheiden sie unter anderem nach Regionen, Art des Abnehmers (Keltereien oder Aufpreisinitiaitve), Bewirtschaftungsvorgaben sowie des Zeitpunkts der Anlieferung. Nach diesem Testlauf 2021 erhalten interessierte Streuobstbewirtschafter im nächsten Jahr die Möglichkeit die Preise ihrer Keltereien tagesaktuell zu vergleichen. Dafür entwickeln die Partner aus Deutschland und Österreich die Online-Datenbank weiter. Eine Ausgabefunktion zeigt tagesaktuelle Preise. Der Obstlieferant klickt auf die gewünschten Abnehmer auf einer Landkarte, die Preise erscheinen.

Wie immer geht es Hochstamm Deutschland und seinen Partnern um eines: die Streuobstbestände für die Zukunft fit zu machen. Die Bewirtschafter verdienen für ihre harte Arbeit einen angemessenen Preis. Beim Beispiel Milch setzen diese monatlichen Preismeldungen ein Anreiz für die Molkereien, eine möglichst hohe Platzierung zu erreichen. Außerdem helfen transparente Preise dabei, die in der Ökonomie bekannten „Informationsasymmetrien“ abzubauen.

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Das heißt. jeder Markteilnehmer kennt seine Möglichkeiten und handelt dementsprechend. Obstlieferanten erhalten die Chance ihre Mengen zu bündeln und an besser zahlende Abnehmer auch über weitere Strecken zu liefern. Wird dies vertraglich festgelegt, hilft dies sowohl den Abnehmern (Planungssicherheit) als auch den Lieferanten (höhere Preise). Hochstamm Deutschland ist ein gemeinnütziger, bundesweit tätiger Verein mit Sitz in Baden-Württemberg, der sich für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzt. Hinter Hochstamm Deutschland stehen Streuobst-Initiativen, Kommunen, Verbände und Privatpersonen.

Ziel des Vereins ist es, Streuobstwiesenfreunde dabei zu unterstützen, den verbliebenen Bestand zu erhalten und Ideen für seine Weiterentwicklung zu geben – durch Vernetzung, Austausch und Beteiligung. Hochstamm Deutschland bietet dazu – unter anderem auf der vereinseigenen Homepage – eine Plattform. Der Verein setzt sich außerdem dafür ein, dass die zeit- und arbeitsintensive Pflege einer Streuobstwiese nicht nur Herzensangelegenheit ist – mit Vermarktungswegen und -ideen, die eine wirtschaftliche Grundlage für den Anbau auf Hochstamm-Streuobst schaffen. Dazu gehört unter anderem das aktuelle Streuobst-Preismonitoring und ein Gemeinschaftsmarketing-Projekt. Letzteres erarbeitet der Verein gemeinsam mit zahlreichen praktischen Bewirtschaftern und Experten mit dem Ziel, ein Siegel für 100 Prozent Streuobstprodukte“ zu schaffen. Zudem beantragte der Verein den Streuobstbau als Immaterielles Kulturerbe bei der Unesco. Seit März ist das offiziell anerkannt. Damit rückt Streuobst vermehrt in den öffentlichen Fokus und trägt dazu bei, die Streuobstkultur und das damit verbundene Wissen zu erhalten. host

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