Tipp

Keine Holzasche für die Beete

Experten der Gartenakademie raten von solch einer Idee ab

Von 
lwg
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Wenn es draußen dunkel und ungemütlich nass-kalt ist, genießen die Menschen die Wärme in der Wohnung. Aufgrund steigender Preise für Heizöl, Gas und auch Strom wird wieder vermehrt auf das Heizen mit Holz gesetzt. Dabei fällt Asche an, doch wohin? Die Experten der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum sie von dem Ausbringen im Garten abraten.

Immer wieder wird das Streuen von Holzasche im Garten empfohlen. Doch unproblematisch ist das nicht, auch wenn sie von naturbelassenem Holz stammt. Befürworter schätzen die Nährstoffe, die in der Asche enthalten sind. Der hohe pH-Wert (11 bis 13) kann versauerte Böden neutralisieren. Außerdem bleibt alles im Naturkreislauf. Doch so einfach ist es nicht: Die Nährstoffe kommen teils in sehr hohen Mengen vor und daher besteht die Gefahr einer Überdosierung.

Asche enthält neben wertvollen Nährstoffen auch eine Menge Schadstoffe wie Arsen, Cadmium, Blei, Zink, Quecksilber, Chrom und Kupfer, auch in der Asche unbehandelter Bäume. Über viele Jahre hinweg haben die Bäume mehr oder weniger diese Stoffe aus der Luft und dem Boden aufgenommen. Bei der Verbrennung werden die anorganischen Teile der Stoffe nicht zerstört. Auch entstehen durch den Verbrennungsprozess neue Schadstoffe wie Chromate, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Dioxine.

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Es gibt keine Empfehlung für Holzasche, auch nicht von naturbelassenem Holz aus dem Garten oder Wald. Kaum jemand kennt die enthaltenen Schadstoffe und die Vorbelastung des Gartenbodens. Holzasche kann Schwermetalle und andere Schadstoffe in hohen Konzentrationen enthalten. Diese gelangen unweigerlich in den Boden, so dass man die unerwünschten Substanzen auch in Obst, Gemüse und anderen Pflanzen finden wird.

Holzasche besitzt einen sehr hohen pH-Wert. Dies fördert wiederum Mangelerscheinungen, da wichtige Spurennährstoffe wie Eisen, im Boden festgehalten und von den Pflanzen nicht aufgenommen werden können. Die feinen Bestandteile des Aschestaubs gefährden durch das Einatmen den Anwender. Zudem waschen sie sich bei Regenfällen schnell aus und gelangen dann ins Grundwasser.

Die private Verwertung von Holz-aschen unterliegt dem Bundes-Bodenschutzgesetz. Das besagt, dass keine schädlichen Bodenveränderungen erfolgen dürfen. Die Schadstoffe in der Asche werden zur Gefahr durch den Verzehr von Pflanzen und Früchten, an denen oberirdisch Aschepartikel haften oder die Schadstoffe aus dem Boden aufgenommen haben.

Verteilen sollte man deshalb keine Holzasche im Garten oder auf dem Kompost. Entsorgen sollte man erkaltete Holzasche über die Restmülltonne. lwg