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Kleiner Stadtgarten, große Wirkung - Jeder Quadratmeter zählt für Klima- und Artenschutz

Garant für menschliches Wohlbefinden

Von 
bgl
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Landschaftsgärtner empfehlen, auf viel Variation zu setzen, etwa mit einer begrünten Pergola an der Terrasse und abwechslungsreich bepflanzten Beeten. © BGL

Glücklich, wer einen eigenen Garten hat. Besonders in den dicht besiedelten Ballungsräumen leisten (auch kleine) private Gärten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und zum Wohlbefinden der Menschen. Darüber hinaus sind sie wirksame Bausteine der grünen Infrastruktur von Städten und Gemeinden. „Vielen Gartenbesitzern ist nicht bewusst, welche Bedeutung ihr Garten für das Stadtklima hat“, stellt Achim Kluge vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) klar. „Dabei macht die Summe vieler, auch kleiner Privatgärten bis zu einem Drittel der gesamten Grünfläche einer Stadt aus.“

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Nach aktuellen Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) sind etwa 14,5 Prozent der Flächen in Deutschland „Siedlungs- und Verkehrsflächen“. Allerdings fällt deren Anteil an der Gesamtfläche regional sehr unterschiedlich aus: Im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen sind es rund 24 Prozent. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Siedlungs- und Verkehrsflächen in Deutschland sind laut Umweltbundesamt versiegelt – also bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt. Aber zur Siedlungsfläche gehören auch grüne Freiflächen und Gärten. Jeder zweite Privathaushalt besitzt einen eigenen Garten, das macht laut UBA in Deutschland 17 Millionen Gärten. Achim Kluge: „In Zeiten des Klimawandels ist es enorm wichtig, in privaten Gärten tatsächlich möglichst große Anteile als Pflanzflächen zu planen. Auch mit Blick auf den Umgang mit Regenwasser.“

Wunsch vieler Menschen

Die meisten Menschen haben den Wunsch nach einem eigenen Garten, und sei er noch so klein. Kein Wunder, dass sich die Nachfrage nach Klein- oder Schrebergärten 2020 mehr als verdoppelt hat. In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München hat sich die Nachfrage zum Teil sogar vervierfacht.

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Diese Entwicklung hat sich durch die vielfachen Kontakt- und Mobilitätsbeschränkungen während der Corona-Pandemie erheblich verstärkt. Schließlich waren es private Gärten und öffentliche Freiräume, in denen Menschen sich außerhalb ihrer Wohnungen ohne Masken, strenge Abstandsregeln und ohne Sorge vor Ansteckung frei fühlten.

Immer mehr Gartenbesitzer verstehen ihre Gärten aber nicht nur als Bewegungs-, Spiel- und Freiräume: Vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens in Deutschland wird es immer mehr Menschen zunehmend wichtiger, neue und zusätzliche Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere zu schaffen und Nektar- und Pollenspender anzupflanzen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für die Chance, im direkten Lebensumfeld einen Beitrag zur Klimaanpassung zu leisten – und selbst davon direkt zu profitieren.

Achim Kluge vom BGL rät: „Gut geplant und richtig gestaltet können auch kleine Gärten sogar einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Wir werden häufig von unseren Kunden gefragt, wie sie ihren Garten auf die Veränderungen durch den Klimawandel anpassen können.“ Tatsächlich zeigen Studien, dass private Gärten aufgrund ihrer Kleinteiligkeit wertvolle Beiträge zur Bewahrung der lokalen Biodiversität und zur Klimaanpassung leisten können. „Allerdings sind hier nicht alle Gärten gleich wirksam. Kurz gemähter Rasen ist zum Beispiel eher nicht klimaresilient. In den inzwischen immer länger anhaltenden Hitze- und Trockenperioden im Sommer ist er dann entweder vergilbt oder muss mit großem Aufwand bewässert werden“, sagt Achim Kluge außerdem.

Die Experten für Garten und Landschaft empfehlen daher mehr Variation, schattenspendende Bäume, auch Pergolen an der Terrasse, Dach- und Fassadenbegrünung und abwechslungsreich bepflanzte Beete.

Vielfältige Strukturen

Kluge: „Ideal ist es, wenn Pflanzungen eingeplant werden, die an vielfältige Strukturen, die konkrete Lage und die verfügbare Fläche angepasst sind. Manche Gartenbesitzerin wird staunen, was selbst in ihrem kleinen Garten Platz findet: zum Beispiel ein Hausbaum, eine passende Hecke, eine Wasserstelle oder sogar ein kleiner Teich, eine Trockenmauer ebenso wie bunte Blumen-, Kräuter- und Gemüsebeete.“ bgl

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