Die Stechpalme - Schon fast verschwunden, haben sich die Wildvorkommen in Deutschland in der Zwischenzeit wieder etwas erholt Ein zauberhafter winterlicher Anblick

Von 
lwg
Lesedauer: 
Die Wildvorkommen der Stechpalme haben sich in Deutschland wieder etwas erholt. © Christine Scherer/Bayerische Gartenakademie

Veitshöchheim. Wer erinnert sich noch an die roten Weihnachtskugeln am Baum? Die Zweige der Stechpalme mit den grünen Blättern und roten Früchten bieten diese Zierde in kleiner Form den ganzen Winter. Immergrüne Pflanzen sind in der laublosen Zeit besonders reizvoll. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Stechpalme vor, denn die heimische Stechpalmen-Art Ilex aqulifolium wurde zum „Baum des Jahres 2021“ ernannt. Schon fast verschwunden, haben sich die Wildvorkommen in Deutschland wieder etwas erholt.

AdUnit urban-intext1

Ilex aquifolium ist die in Mitteleuropa heimische Art. Man findet sie als schwächer wachsenden Waldbaum auf leicht sauren bis neutralen und nicht zu trockenen Böden. Durch die Bildung von Wurzelschossen breitet sich die Pflanze im Unterholz von Buchenwäldern aus. Somit eignet sich die Stechpalme, auch Hülse genannt, besonders für halbschattige und schattige Bereiche.

Milde Winter von Vorteil

In sehr kalten Gebieten kommt die sie nicht vor, da die Pflanze besonders in ihrer Jugendzeit frostempfindlich reagiert. Optimal für das Wachstum sind übrigens milde Winter und ausreichend hohe (Sommer-)Niederschläge. Man könnte meinen, dass der Klimawandel dem zähen Ilex zugutekommt. Doch die für die Stechpalme gefährlichen Spätfröste nehmen zu. Und ganz oft ist die lange Sommertrockenheit in vielen Gebieten ein großes Problem.

Dunkelgrüne, ledrige und stechende Blätter, die das ganze Jahr an der Pflanze verbleiben, sind ein wesentliches Merkmal. Die ganze Pflanze ist giftig, doch nicht für Vögel. Die (meist) roten Früchte an den weiblichen Pflanzen sind ein willkommenes Futter im Winter. Bienen erfreuen sich an den recht unscheinbaren weißlichen Blüten im Mai. Besonders viel Pollen besitzen die Blüten der männlichen Pflanzen.

AdUnit urban-intext2

In Parks und Gärten findet man Ilex als Ziergehölz. Doch dort stehen weniger die heimische Art, vielmehr andere immergrüne Arten mit unterschiedlichen Blattformen, Wuchsgrößen und Wuchsformen. Mal ist die Stechhülse ein prägendes Solitärgehölz, mal kann sie als Heckengehölz verwendet werden.

Sorten des stadtklimafesten Ilex crenata (Japanische Hülse) kann man an geeigneten Standorten als Buchsersatz pflanzen. Diese besitzen kleinere Blätter und vertragen auch einen Formschnitt gut.

AdUnit urban-intext3

Neben den Sorten mit dunkelgrünen Blättern zieren andere mit goldgelben oder weißen Panaschierungen (Färbungen). Auch sind die Blätter der Stechhülsen nicht immer dornig. Viele Arten und Sorten besitzen glattrandiges Laub.

Zierde im Garten?

AdUnit urban-intext4

Wünscht man sich üppigen Fruchtschmuck als Zierde im Garten? Dann sollte man beim Einkaufen der Pflanzen bedenken, dass Ilex zweihäusig ist. Nur weibliche Pflanzen bilden die Früchte in rot, braun oder schwarz, wozu aber eine männliche Pflanze als Bestäuber erforderlich ist.

Nicht nur das Klima mit Frösten und Trockenheit schränkt die Pflanzungen im Garten ein, entscheidend ist auch der Boden. Dieser sollte leicht sauer sowie humos, nährstoffreich und durchlässig sein. Weißt er einen hohen pH-Wert auf, entstehen Chlorosen (Blattaufhellungen). Bei Einzelpflanzungen sind Bodenverbesserungen möglich. lwg