Gartenarbeiten im Februar - Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben wertvolle Tipps Bereits jetzt erste Hand anlegen

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lwg
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Paprika-Sämlinge sollte man rechtzeitig aufziehen. © Christine Scherer/Bayerische Gartenakademie

Veitshöchheim. Noch mitten im Winter können die Menschen den Frühling kaum erwarten. Gerade weil der Lockdown sie immer noch fest in Griff hat, wünscht man sich Betätigung draußen im Garten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Gartenarbeiten im Februar.

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Witterungsbedingt sollte klar sein, dass nicht alle Arbeiten zu jeder Zeit durchführbar sind. Und doch kann man sich auch bei widrigen Zeiten gut mit dem Garten beschäftigen.

Nicht überall ist es grau und trist. Man sollte mit offenen Augen durch den Garten gehen. Erste Winter- und Vorfrühlingsblüher zeigen ihre Knospen und Blüten. Ganz unten in Bodennähe blühen Winterling, Schneeglöckchen und Vorfrühlings-Alpenveilchen. Und auch Duft liegt in der Luft: Zitronenartig riechen die cremeweißen Blüten der Winter-Heckenkirsche Lonicera purpusii. Ebenfalls duftende Blüten besitzen die Chinesische Winterblüte Chimonanthus praecox, der Winterschneeball Viburnum x bodnantense ‘Dawn’ und der Duftschneeball Viburnum farreri. Und das war noch nicht alles. Welche Blüten entdeckt man im eigenen Garten? Gehölze und Gräser zeigen in der laublosen Zeit ihre Wuchsstruktur. Bei Schnee kommt diese stärker zu Geltung.

Der versierte Gemüsegärtner erntet auch im Winter noch. So steht ganz hoch im Kurs der Feldsalat. Ihn kann man nach Bedarf schneiden. Unter Vlies stehen oft noch Zuckerhut und Radiccio. Sind die unansehnlichen Blätter entfernt, hat man noch feste kleine Köpfe. Auch Lauch, Rosen- und Grünkohl bereichern den Speiseplan. Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete und Kürbis sollte man aufbrauchen.

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Wenn bei trockener Witterung die Temperaturen nicht unter minus fünf Grad liegen, kann man mit dem Rückschnitt beginnen. Herbsthimbeeren schneidet man bis zum Boden ab. Damit besteht keine Gefahr der Ansteckung durch die Himbeerrutenkrankheit. Schneidet man wenige Zentimeter über der Erde, treiben verbliebene Augen bald aus und blühen für die Ernte ab August bereits im Juli. Auch Kernobst- und Beerenobst, falls nicht gleich nach der Ernte geschehen, bekommen nun ihren Rückschnitt. Für eine reiche Traubenernte ist der jährliche Rebschnitt jetzt wichtig. Entfernen sollte man immer auch Fruchtmumien an den Obstgehölzen. So reduziert man den pilzlichen Infektionsdruck für die neue Saison.

Bis Ende Februar beenden

Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt erst im März oder April erfolgt, kann man jetzt dicke vergreiste Triebe von Strauchrosen, die mit Moos oder Flechten bewachsen sind, komplett oder bis auf wenige Zentimeter entfernen. Schlafende Augen werden schon zum Austrieb angeregt. Starke Schnittmaßnahmen und „auf Stock setzen“ von Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen sollten aus Naturschutzgründen bis Ende Februar beendet sein.

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Den Rückschnitt von Stauden und Gräsern sollte man langsam beginnen, wenn milde Temperaturen angesagt sind. Lassen Schnitt-Material sollte aber in Reichweite liegen bleiben, das es eventuell als Kälteschutz für die Neuaustriebe dienen kann.

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Immergrüne sollten vor Wintersonne und kalten Winden mit Strohmatten oder Ähnlichem geschützt werden. Und gießen sollte man bei Trockenheit und nicht gefrorenem Boden. Die grünen Blätter und Nadeln verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.

Sobald der Boden abgetrocknet ist, können Umpflanzaktionen von Gehölzen und Stauden sowie Neupflanzungen erfolgen. Baumscheiben werden aufgehackt und von Bewuchs befreit. Moose und Flechten können von alten Baumstämmen abgebürstet werden. Nistkästen werden spätestens jetzt gereinigt bzw. zusammen mit Insektenhotels neu aufgehängt.

Die Kübelpflanzen sollten begutachtet und auf Schädlinge geachtet werden. Der Rückschnitt sowie das Umtopfen in neue Kübelpflanzenerde fördern zusammen mit einem helleren Standort ein kräftiges Austreiben.

Paprika und Chili sowie Aubergine und Artischocke haben eine lange Anzuchtdauer, weshalb die Aussaat an der Fensterbank schon im Februar beginnt. Tomaten sät man erst Mitte März, Zucchini, Kürbis und Gurken noch viel später.

Lust auf frisches Grün? Ganz schnell geht es mit der Aussaat von Kresse auf der Fensterbank. Nach einer Woche lassen sich die würzigen grünen Blättchen verwenden.

Außerdem sollte man die ruhige Zeit nutzen, um in Zeitschriften, Saatgutkatalogen und Gartenbüchern zu schmökern und sich Ideen für die neue Saison zu holen. Weiterhin kann man den Aussaat- und Pflanzplan für den Gemüsegarten machen und sich das Saatgut besorgen. lwg