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Schädlingsbefall bei Walnüssen - Die Walnussfruchtfliege und andere Schädigungen machen der sonst so robusten Obstart in diesem Jahr besonders zu schaffen

Bei guter Pflege bleiben die Pflanzen vital

Von 
lwg
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Die Walnuss ist eigentlich eine sehr robuste Obstart. Allerdings treten in diesem Jahr verstärkt Schäden auf. © LWG

Veitshöchheim. Nussbäume als große Hausbäume oder auf Streuobstwiesen sind beliebt. Bei der Walnuss, eigentlich eine sehr robuste Obstart, treten in diesem Jahr doch verstärkt Schäden auf, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

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Gesunde grüne Laubblätter und Nüsse mit schwarzer Schale? Das könnte auf die Walnussfruchtfliege hindeuten. Schon seit einigen Jahren vereinzelt bekannt, zeigt sich in diesem Jahr ein hoher Befall durch den Schädling.

Im Unterschied zu anderen Krankheiten bleiben die Blätter des Walnussbaumes gesund, die Nusshülle schwärzt nicht komplett und der Kern wird nur teilweise beeinträchtigt. Bei gesunden Nüssen löst die Schale und gibt die Nuss frei.

Anders bei Befall mit der Walnussfruchtfliege: Hier bleiben die schwarzen Hüllen kleben oder lassen sich nur schwer lösen. Liegen die Nüsse noch frisch am Boden, findet man in den weichen, grünen oder schwarzen matschigen Hüllen oft mehrere weißliche Larven. Sie ernähren sich vom saftigen Fruchtfleisch, das dann matschig-schleimig verbräunt.

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Nach dem Aufklauben befallener Nüsse mitsamt anhaftender Hülle werden die Kerne (mit Handschuhen) herausgepult. Dabei können die vorhandenen Larven in der Fruchthülle gesammelt und vernichtet oder Hühnern zum Fressen vorgesetzt werden.

Eingesammelte befallene Früchte lassen sich auch anderweitig retten. In einem Korb oder Kübel mit Hochdruck-Dampfstrahler unter Rütteln der Gefäße werden die Nüsse abgestrahlt und die Hüllen entfernt. Die sauberen Nüsse werden anschließend getrocknet.

Die Larven der Walnussfruchtfliege verpuppen sich, wie bei der Kirschfruchtfliege, im Boden des Kronenbereichs der Bäume. Machen auch die Nachbarn mit, kann es sinnvoll sein, ab Juli mindestens fünf bis sieben Gelbtafeln in der Baumkrone verteilt aufzuhängen, um zumindest einen Teil der Fliegen abzufangen.

Das Auslegen von feinmaschigen Netzen oder Folien im Kronenbereich ab Juni verhindert das Aufwandern der geschlüpften Fliegen aus dem Boden. Hierfür wird der Unterbewuchs sehr kurz gemäht. Ebenso hilft eine Hühnerhaltung unter den Bäumen ab dem Frühsommer, die dann die Tönnchen-Puppen der Schädlinge aus dem Boden picken.

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Zwei Krankheiten, die eine Braunfleckung auf den Blättern sowie teilweise schwarze Nüsse hervorrufen, treten in diesem Jahr massiv auf. Häufige und große Niederschlagsmengen haben die Schädigungen begünstigt. Es sind dies die Bakterienkrankheit Xanthomonas und Marssonina, eine Pilzkrankheit. Die Unterscheidung ist schwierig.

Was kann man tun? Geschädigt Nüsse werden entsorgt. Die befallenen Laubblätter entfernt man ebenfalls. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die gerbstoffhaltigen und schwer verrottbaren Blätter gut zu zerkleinern und über den Kompost zu entsorgen.

Der Anteil sollte aber maximal zehn Prozent betragen. Sind die Bäume sehr dicht gewachsen, sorgt ein Auslichtungsschnitt (im belaubten Zustand) dafür, dass wieder mehr Luft und Licht an den Walnussbaum kommt und die Blätter schneller abtrocknen.

Die Sorten „Mars“, „Wunder von Monrepos“, „Geisenheim 139“, „Lara“ und „Franquette“ gelten momentan als weniger anfällig gegen diese beiden Schaderreger und sind bei einer Neupflanzung vorzuziehen. Mit einer guter Pflege vor allem junger Walnussbäume bleiben die Pflanzen vital, wüchsig und robust.

Wenn man weitere Fragen hat, wendet man sich an das Gartentelefon (0931/98013333) oder schreibt eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de lwg

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