"Mit 18 ziehe ich aus!"

Der eigene Haushalt bedeutet viel Verantwortung. von Franziska Hurler

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Fast jeder hat bestimmt schon mal gesagt: "Wenn ich 18 bin, ziehe ich aus!" Viele wünschen sich, erwachsen zu sein und das "eigene Ding" durchziehen zu können - ohne Bedenken oder Ratschläge der Eltern. Doch was heißt es überhaupt, erwachsen zu sein? Kann man wirklich das machen, was man will? Menschen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, bekommen im Vergleich zu Kindern und Jugendlichen mehr Rechte, aber auch mehr Verantwortung zugeteilt. Sie dürfen alleine Auto fahren, sind voll geschäftsfähig und dürfen sich solange draußen aufhalten, wie sie wollen. Gleichzeitig sind sie aber auch dazu verpflichtet, Steuern und Abgaben an den Staat zu leisten.

In einer eigenen Wohnung zu leben bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehört auch, selbst einkaufen zu gehen.

© dpa

Eigene Wohnung

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Bei ihrem Alter wird angenommen, dass sie für sich selbst sorgen können und sich stets den Konsequenzen ihres Handelns bewusst sind. So kann es zum Beispiel sein, dass manch einer sich Gedanken über eine eigene Wohnung machen muss, wenn es der Ausbildungs- oder Studienplatz verlangt, man bekommt anfangs einen Berg von Post, sei es die Rechnung des plötzlich viel zu teuren Handyvertrags, oder die neuesten Angebote der Versicherung. Bei einem Umzug muss man viel Geld in Haushaltsgeräte wie eine Waschmaschine, einen Staubsauger oder einen Herd investieren.

Man merkt mit Schrecken, dass das mühsam angesparte Geld fast schon wieder weg ist. Man muss sich mit Dingen wie Steuererklärungen, Rentenversicherungen und Mietverträgen befassen und hat im Falle einer Ausbildung weniger Ferientage als ein Schüler.

Im Supermarkt wird nun Klopapier und Waschpulver anstatt Süßigkeiten, Bier und Bratwürsten gekauft. Viele Ratschläge und Tipps der Eltern, die früher absurd klangen, werden nun als logisch betrachtet. Den wöchentlichen Besuch bei den Eltern nimmt man als Urlaub wahr: Das Essen steht schon auf dem Tisch, und man muss nicht immer das gleiche Fast Food essen, weil keine Zeit und kein Geld vorhanden war, um sich gesundes Essen zu kaufen.

Selbst einkaufen gehen

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Früher wurde der Einkauf der Eltern auf der Suche nach Angeboten nur belächelt, heute stellt man seinen Einkaufszettel nur noch aus Sonderangeboten zusammen - um ein bisschen Geld zu sparen. Nicht jeder kann mit 18 Jahren gut mit seinem Geld umgehen - umso dankbarer ist man da für jedes Trinkgeld oder das letzte Weihnachtsgeld von der Oma. Man kauft seine Möbel nicht mehr ausschließlich bei Ikea, sondern spart auf das teure Bett oder auf den schönen Schrank. Klar ist: Erwachsen werden ist manchmal ganz schön anstrengend und geht schneller, als man denkt. Der eine braucht vielleicht länger als der andere, doch letztendlich wird das "Kind in uns" nie ganz erwachsen werden.