Pandemie - Ruf nach kurzem und konsequentem Lockdown wird lauter / Kreis meldet 69 neue Infektionen

Mit Härte gegen die dritte Corona-Welle?

Von 
dpa/tm
Lesedauer: 
Symbolbild © dpa

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße. Im Kreis Bergstraße sind gestern 69 neue Corona-Infektionen bekannt geworden. Weitere Todesfälle wurden nicht gemeldet. Wie das Landratsamt weiter berichtete, sind seit dem Ausbruch der Pandemie 8819 Infektionsfälle registriert worden. Die neuen Fälle stammen unter anderem aus Bensheim (3), Einhausen (2), Heppenheim (5), Lautertal und Lorsch (4). Dem Kreis sind zurzeit 744 Infizierte bekannt.

AdUnit urban-intext1

20 weitere Fälle der britischen Virusmutation B.1.1.7 wurde bekannt. Insgesamt sind nach Kreisangaben jetzt 1022 Fälle registriert. Außerdem gab es bisher 98 Infektionen mit der südafrikanischen Variante B.1.351. Bei 79 Fällen sei die Mutation noch nicht genau bestimmt worden. In den Bergsträßer Krankenhäusern werden 41 Patienten behandelt. Darunter sind 30 mit einer festgestellten Infektion. Beim Rest liegt ein Verdacht auf eine Corona-Erkrankung vor.

Newsletter-Anmeldung

Wie aus der Mitteilung aus dem Landratsamt weiter hervorgeht, gab es 230 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, was einer Quote von 85,08 Infektionen pro 100 000 Einwohnern (Inzidenz) entspricht. Dieser Wert ist allerdings noch durch die geringere Zahl an Testungen während der Osterfeiertage beeinflusst. Bis zum Dienstag wurden im Kreis 30 303 Erstimpfungen und 13 825 Zweitimpfungen verabreicht.

Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße derzeit von 41 Intensivbetten in den Kliniken 38 belegt – davon neun mit an Covid-19 infizierten Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen; vier von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

AdUnit urban-intext2

Weiter Streit über Lockdown

In Hessen sind 811 neue Infektionen registriert worden. Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (Stand 3.08 Uhr) gab es 29 weitere Todesfälle. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 226 031 Infektionen nachgewiesen. Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona starben, erhöhte sich auf 6410.

Der Ruf nach einem kurzen, konsequenten und bundesweit einheitlichen Lockdown zum Brechen der dritten Corona-Welle wird lauter. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) befürwortet einen solchen Schritt, wie Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer deutlich machte. Ein Vorziehen der für Montag geplanten Ministerpräsidentenkonferenz wird jedoch immer unwahrscheinlicher. Dafür gebe es keine Mehrheit, sagte Demmer.

AdUnit urban-intext3

Auf die Frage, wie die Kanzlerin den Vorstoß des CDU-Vorsitzenden und NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet für einen Brücken-Lockdown findet, antwortete die stellvertretende Regierungssprecherin, es gebe im Moment bei den Neuinfektionen wegen der Osterfeiertage keine gute Datenbasis. Die Zahl der belegten Intensivbetten spreche aber eine sehr deutliche Sprache. „Deswegen ist auch jede Forderung nach einem kurzen einheitlichen Lockdown richtig.“

AdUnit urban-intext4

FDP-Chef Christian Lindner reagierte mit scharfer Kritik: „Wieder soll auch nach der Bundeskanzlerin nur ein pauschaler Lockdown die Antwort auf die Pandemie sein. Das CDU-geführte Kanzleramt hat keine innovativere Alternative entwickelt“, sagte Lindner. „Die sozialen Folgen sind immens. Die Grundrechtseingriffe sind immer weniger verhältnismäßig.“ dpa/tm