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Corona - Fachleute sehen einige Intensivstationen überlastet / Immer mehr führende Unionspolitiker für allgemeine Impflicht

Spahn: Genug Impfstoff für alle

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dpa
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Berlin. Die zunehmende Wucht der vierten Corona-Welle trifft die Krankenhäuser in Deutschland immer härter. Laut Intensivmediziner-Vereinigung Divi sind die Intensivstationen etwa in Bayern, Thüringen, Sachsen und einigen Ballungszentren bereits vielfach überlastet. „Die Corona-Lage ist sehr besorgniserregend und momentan nicht unter Kontrolle“, so Präsident Gernot Marx. Mehr als 3670 Covid-19-Patientinnen und Patienten würden auf Intensivstationen versorgt – 1200 mehr als vor einer Woche.

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Die Überlastung in den betroffenen Regionen mache Verlegungen in den jeweiligen Bundesländern und die Verschiebung planbarer Operationen notwendig. Bei anhaltendem Corona-Wachstum werde eine Priorisierung von Eingriffen in weiten Teilen Deutschlands notwendig. Sachsen muss sich nach Einschätzung der Landesärztekammer jedoch auf eine Triage vorbereiten – also eine Auswahl, wer behandelt wird und wer nicht. Es gebe nur noch wenige Betten auf den Intensivstationen, sagte Kammerpräsident Erik Bodendieck.

Zahl der Befürworter wächst

Führende Unionspolitiker zeigen sich unterdessen zunehmend offen für eine allgemeine Impfpflicht. Die CSU-Spitze stellte sich nach Worten von Bayerns Ministerpräsident Markus Söders klar hinter dessen Vorstoß. Auf Dauer werde nur eine Impfpflicht helfen, sagte Söder – und die müsse rechtzeitig vor der nächsten Welle kommen. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte im Deutschlandfunk, nach anfänglicher Ablehnung glaube er inzwischen, „dass wir relativ schnell über dieses Thema sprechen müssen“. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte schon am Wochenende erklärt, er sei notfalls bereit, diesen Schritt zu gehen. „Wenn die zukünftige Bundesregierung eine entsprechende Novelle vorlegt, dann werde ich das unterstützen“, sagte am Montag auch Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU). Der CDU-Vorstand in Bremen tritt bereits jetzt für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus ein. Dagegen stellt sich neben dem geschäftsführenden Gesundheitsminister Jens Spahn etwa auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (beide CDU).

Spahn versicherte unterdessen, den Menschen in Deutschland stehe genug Impfstoff zur Verfügung – für alle Auffrisch-, Erst- und Zweitimpfungen in diesem Jahr. „Wir sitzen hier in Deutschland im Schlaraffenland“, meinte der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek. So seien die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer hinsichtlich ihrer hohen Wirksamkeit und extrem seltener Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen gleichwertig. Der Charité-Infektionsimmunologe Leif Erik Sander sagte: „Sie können das nehmen, was gerade da ist.“

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Das Gesundheitsministerium hatte Begrenzungen bei Biontech-Bestellmengen angekündigt und vielerorts verärgerte Reaktionen hervorgerufen. Nun rechnete Spahn vor: Bis Jahresende gebe es 24,3 Millionen Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer und bis zu 26 Millionen Dosen von Moderna. „Das ist genug für alle anstehenden Impfungen.“ Die meisten Auffrischimpfungen könnten mit Biontech gemacht werden. Spahn bedauerte, dass sich Praxen und Impfstellen umstellen müssten. dpa

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