Unruhen

1200 Festnahmen in Brasilien

Nach den Krawallen in der Hauptstadt räumt die Polizei ein Radikalen-Camp

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dpa
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Polizisten überwachen den Abzug von Anhängern des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Bolsonaro aus einem Lager in Brasília. © Eraldo Peres/AP/dpa

Brasília. Nach dem Sturm radikaler Anhänger des brasilianischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro auf das Regierungsviertel in Brasília sind rund 1200 Unterstützer des früheren rechten Staatschefs vorläufig festgenommen worden. Sicherheitskräfte räumten am Montag ein Camp der Bolsonaro-Anhänger vor dem Hauptquartier der Streitkräfte in der brasilianischen Hauptstadt.

Am Sonntag hatten radikale Bolsonaro-Anhänger das Regierungsviertel gestürmt. Sie brachten kurzzeitig die Schaltzentralen der wichtigsten Staatsgewalten des Landes unter ihre Kontrolle. Sie drangen in den Kongress, den Obersten Gerichtshof und den Regierungssitz Palácio do Planalto ein, randalierten in Büros und Sitzungssälen und hinterließen schwere Verwüstungen. Die Polizei wirkte völlig überrumpelt. Erst nach Stunden brachten die Sicherheitskräfte die Lage wieder unter Kontrolle. Der Gouverneur des Bundesbezirks wurde für 90 Tage seines Amtes enthoben. Zuvor war bereits der Sicherheitschef von Brasília und frühere Justizminister unter Bolsonaro, Anderson Torres, entlassen worden. Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva stellte die öffentliche Sicherheit in der Hauptstadt per Dekret unter Bundesaufsicht. dpa

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