Main-Tauber-Kreis: Fallzahlen und Sieben-Tage-Inzidenz

Von 
Ralf Scherer
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Derzeit sind im Main-Tauber-Kreis 3230 Personen bekannt, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben (Stand: Montag, 1. März, 17.45 Uhr). Akut von einer Infektion sind 101 Personen betroffen, 3092 gelten zwischenzeitlich als genesen. Die Fallzahlen aktualisieren wir fortlaufend und bereiten sie in interaktiven Karten und Grafiken auf. 

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In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die im Main-Tauber-Kreis bekannten Corona-Fälle. Bei den Daten stützen wir uns auf die Meldungen des Landkreises und des baden-württembergischen Ministeriums für Soziales und Integration.


In der folgenden Grafik zeigen wir die Entwicklung der Fallzahlen seit dem 1. März.





Coronavirus: Hintergründe, Meldungen und Grafiken in unserem Dossier

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In der folgenden Grafik zeigen wir, wie viele Fälle im Main-Tauber-Kreis jeden Tag gemeldet wurden. Wochenenden und Feiertage sind hellblau eingefärbt.

 Coronavirus: Die aktuelle Lage begleiten wir in unserem Liveblog




Informationen zu den Daten:

Bei wem wird ein Test auf das Coronavirus durchgeführt?

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Die Zahl der Infizierten ist der Grundbaustein für eine Analyse der aktuellen Lage und Modelle zur weiteren Entwicklung. Allerdings gibt es nicht genügend Testkapazitäten für alle Menschen. Zu Beginn der Epidemie wurden daher in Deutschland nur diejenigen getestet, die sich zuvor in einem Risikogebiet aufgehalten oder Kontakt zu einer erkrankten Person hatten. Mittlerweile hat das Robert Koch-Institut (RKI) seine Empfehlungen aber ausgeweitet. Die Entscheidung für oder gegen einen Test soll nach medizinischer Notwendigkeit erfolgen, sie liegt beim behandelnden Arzt. Das Gesundheitsamt Mannheim testet seither auch Personen mit Symptomen, die in Pflege, Arztpraxen oder Krankenhäusern tätig sind oder bei denen ein Risikofaktor vorliegt (etwa eine Vorerkrankung, Alter über 60).

Wie viele Menschen wurden bereits getestet?

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Genaue Zahlen für die Region liegen nicht vor. Da viele unterschiedliche Stellen Abstriche vornehmen und testen lassen, gibt es für Baden-Württemberg keine Zahlen, schreibt etwa die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Landes auf Anfrage dieser Redaktion.

Wer erfasst die Zahl der Infizierten und Sterbefälle und warum gibt es so große Unterschiede?

Die offizielle Instanz für die Zahlen in Deutschland ist das Robert Koch-Institut. Als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten beobachtet es die Epidemie. Die Daten haben zuvor aber schon einige Stellen durchlaufen: So sind Ärzte und Labore verpflichtet, die Gesundheitsämter über Erkrankungsfälle zu informieren. Diese sammeln die Daten und geben sie wiederum an die jeweilige Landesbehörde weiter, von wo aus sie täglich nach Berlin geliefert werden sollten. Das aber klappt nicht überall so gut, wie es sollte. Besonders deutlich wird das an Wochenenden, viele Fälle werden erst montags nach Berlin übermittelt. Das Robert Koch-Institut räumt selbst ein, dass es mitunter ältere Zahlen vorliegen hat als andere Stellen. Diese Redaktion übernimmt daher direkt die Zahl der Infizierten, Verstorbenen und Genesenen von den Kreisen und kreisfreien Städten. Viele Medien nennen Zahlen der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität in Baltimore.

Ab wann gilt man wieder als gesund?

Für Patienten, die im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten, gibt es zwei Varianten. Sie müssen entweder zwei Mal negativ auf das Virus getestet worden sein. Dann gelten sie als gesund und können die Klinik ohne Auflagen verlassen. Das ist aber nicht die Regel. Meist dürfen Patienten, denen es besser geht, schon vor ihrer vollständigen Heilung nach Hause. Für sie gilt dann die Auflage, sich 14 Tage lang zu isolieren. Personen mit leichtem Verlauf, die nicht im Krankenhaus behandelt wurden, dürfen frühestens 14 Tage nach dem Beginn der ersten Symptome wieder aus dem Haus. Für beide Gruppen gilt: Es dürfen 48 Stunden keine Krankheitsanzeichen aufgetreten sein. Wer das eigene Haus verlassen darf, gilt offiziell als gesund. Allerdings leiden einige Patienten, die lange beatmet wurden, unter Folgeschäden wie einer eingeschränkten Lungenfunktion.

Wie werden Todesfälle gezählt?

Die Fallsterblichkeit, auch Todesrate genannt, ist eine der zentralsten Zahlen in der Corona-Pandemie. Denn sie sagt aus, wie gefährlich die neue Krankheit ist. Allerdings sind die bisherigen Daten mit großen Unsicherheiten behaftet. Ganz grundsätzlich wird die Fallsterblichkeit berechnet, indem man die Todesfälle ins Verhältnis zur Zahl der Infizierten setzt. Diese Methode ist derzeit aus mehreren Gründen problematisch. Zum einen gibt es bei Covid-19 eine hohe Dunkelziffer. Das heißt, zahlreiche Infizierte haben nur leichte oder gar keine Symptome, sie tauchen in keiner Statistik auf. Außerdem dürfte bei einigen Patienten auch eine andere Todesursache vorliegen. Ob ein Patient tatsächlich an und nicht mit dem Coronavirus gestorben ist, kann nach Auskunft des Gesundheitsamts Rhein-Neckar „nur durch eine Obduktion und dann auch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden“. Das Robert Koch-Institut hat daher den Behörden vorgegeben, „alle Patienten, die an Erkrankungen der Atemwege versterben und positiv getestet sind, dem Coronavirus zuzuordnen“. Konkret heißt das: Wenn eine Person bei einem Autounfall stirbt und infiziert ist, wird dies nicht als Corona-Todesfall gezählt. Bei einem Tod durch Lungenentzündung, an der mehrere Erreger beteiligt sind, aber schon. „Die Berechnung ist ganz schwierig“, räumt auch Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut im Gespräch mit dieser Redaktion ein. Letztlich könnten die Zahlen nur einen „groben Anhaltspunkt“ geben.

Woher beziehen wir die Daten?

Die dargestellten Fallzahlen beziehen wir direkt vom Landratsamt des Main-Tauber-Kreises und vom baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration. In der Karte zeigen wir beim Klick auf die Gemeinden neben den Fallzahlen auch die Einwohner. Diese Daten haben wir vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg (Stand 30.9.2019) bezogen.

Anmerkungen zu den Daten

Anfänglich wurden Fallzahlen zu gleichen Teilen beispielsweise auf Samstag und Sonntag aufgeteilt, wenn wir für ein Wochenende zusammenfassende Meldungen erhalten haben. Davon haben wir mittlerweile Abstand genommen und den entsprechenden Hinweis auf diese Praxis entfernt. Lassen sich Meldungen nicht eindeutig einem Datum zuordnen, werden sie an dem Tag aufgenommen, an dem sie uns erreichen. Entsprechend können Fallzahlen am Wochenende geringer und am Montag höher ausfallen. In der Grafik "So viele Fälle wurden pro Tag gemeldet" sind die Wochenenden entsprechend farblich abgehoben. (06.04.2020)

Coronafälle in Deutschland

Das folgende Diagramm zeigt den Verlauf der Corona-Epidemie und die jeweils aktuellen Fallzahlen auf Basis der vom Robert Koch-Institut und der WHO gemeldeten Infektionen.

Einen Überblick über die Lage in den Bundesländern gibt diese Karte.

Coronafälle weltweit

Einen Überblick über die Corona-Fälle weltweit bietet die folgende Grafik.

Detaillierte Zahlen lassen sich auch bei der Johns Hopkins University (JHU) abrufen - hier klicken.

Wie zuverlässig sind die Zahlen der Johns-Hopkins-Universität?

Bislang erweisen sich die Daten als recht belastbar. Die Universität nutzt mehrere Quellen, darunter nationale und regionale Gesundheitsbehörden der verschiedenen Länder. Sie greift zudem auf lokale Medienberichte zurück. Unklar ist allerdings, wie die Johns-Hopkins-Universität an die Zahlen der Genesenen gelangt, die sie schon seit Mitte Februar veröffentlicht. Denn diese werden in Deutschland gar nicht offiziell erfasst, das RKI liefert erst seit kurzem eine Einschätzung. Abschließend lässt sich daher sagen: Die neuesten Zahlen aus Baltimore sind möglicherweise leicht fehlerbehaftet. Die offiziellen Zahlen kann man hingegen als so etwas wie das amtliche Endergebnis sehen, doch es kommt mit Verzögerung.

An der Aufbereitung der Daten haben mitgewirkt:

Ralf Scherer (Redaktion, Visualisierung, Datenpflege)
Daniel Kraft (Redaktion, Visualisierung, Datenpflege)
Madeleine Bierlein (Hintergründe zu Corona und Daten)
Tobias Fenrich und Christopher Schreck (Programmierung)

Wissenschaftliche Beratung:

Professor Dr. med. Thomas Ganslandt, Abteilung für Biomedizinische Informatik am Heinrich-Lanz-Zentrum - Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Professor Dr. Till Nagel, Professor for Visual Analytics, Hochschule Mannheim

Redaktion Ralf Scherer ist als Redakteur in der Lokalredaktion Buchen und im Online-Bereich tätig. In seiner Heimatstadt Walldürn, aber auch in vielen anderen Gemeinden des Neckar-Odenwald-Kreises ist er seit 14 Jahren als Lokaljournalist unterwegs.