Fachgespräch im Mosbacher "fideljo" - "Förderung sozial-emotional Hochbegabter" angesprochen Unterstützung gefordert

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Mosbach. "Ein ungewöhnliches, aber spannendes Thema", stellte Dr. Hanns-Lothar Förschler fest. Der Vorstandsvorsitzende der Johannes-Diakonie begrüßte die Gäste und Referenten im Kultur- und Begegnungszentrum "fideljo" zum Fachgespräch mit dem Thema "Förderung sozial-emotional Hochbegabter". Dazu hatten das Anna-Wolf-Institut Heidelberg in Kooperation mit der Johannes-Diakonie eingeladen.

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Martin Holler, Direktoriumsmitglied des Instituts, freute sich, dass neben dem Vorstandsvorsitzenden auch der Pädagogische Vorstand der Johannes-Diakonie, Jörg Huber, am Fachgespräch teilnahm. Holler betonte in seinen einführenden Worten die Alltagsbedeutung sozial-emotionaler Kompetenzen.

Er verwies jedoch auch darauf, dass das Konzept "sozial-emotionale Hochbegabung" erst noch entwickelt werden müsse. Ziel des Anna-Wolf-Instituts sei es, Möglichkeiten zu finden, wie diese Kompetenzen wirksam und nachhaltig gestärkt werden können. Dr. Silke Hertel, Geschäftsführende Direktorin am Institut für Bildungswissenschaften der Universität Heidelberg, eröffnete die Impulsreihe mit einem Vortrag über personale Kompetenzen bei Lehrkräften.

Sie hob besonders hervor: "Auf den Lehrer kommt es an." Sie belegte, wie wichtig nicht nur die fachlichen, sondern auch die personalen Kompetenzen der Lehrkräfte für einen gelingenden Unterricht seien. Hertel betonte in der Diskussion, dass auch personale Kompetenzen gelehrt und gelernt werden können und bezog sich dabei auf Erfahrungen in der Ausbildung von Lehramtsstudierenden.

Fallbeispiele aufgezeigt

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"Sozial-emotionale Hochbegabung unter psychiatrischer Perspektive" lautete der Titel des Beitrags von Dr. Karsten Rudolf. An drei Fallbeispielen schilderte der ärztliche Direktor der Diakonie-Klinik Mosbach, wie sozial-emotionale Begabungen sowohl zu einem Risiko für Betroffene als auch zu einer wichtigen Ressource im Therapieprozess werden können. Rudolf zeigte auf, wie die emotionalen Kompetenzen den Patienten selbst halfen und wie sie diese auch zur Unterstützung von Mitpatienten einsetzten.

Unverständnis geäußert

Die pädagogische Perspektive zum Thema beleuchtete der Diplom-Pädagoge Manfred Weiser. Der Direktor des Anna-Wolf-Instituts brachte sein Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass es keine systematische Förderung von sozial-emotional Hochbegabten gebe. Weiser wolle deren Förderung allerdings nicht als Gegensatz zur generellen Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen verstanden wissen. "Angesichts der enormen gesellschaftlichen Herausforderungen sollten wir uns den Luxus, diese Fähigkeiten nicht zu fördern, nicht mehr gönnen."

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Im Abschlussgespräch sahen die Teilnehmenden die Notwendigkeit, sozial-emotionale Kompetenzen und Hochbegabung systematisch zu fördern.