Aus gesundheitlichen Gründen - Der letzte Schuhmacher Werner Döpfert beendet seine Tätigkeit In Wenkheim geht eine Ära zu Ende

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In Wenkheim geht eine Ära zu Ende. Denn mit Werner Döpfert beendet der letzte Schuhmacher in der Gemeinde aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit.

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Wenkheim. Wieder geht eine Ära in Wenkheim zu Ende. Aus gesundheitlichen Gründen beendet Werner Döpfert, der letzte Wenkheimer Schuhmacher, seine Tätigkeit.

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Vier Generationen lang betrieben die Döpferts dieses Handwerk in Wenkheim. Wie viele Schuhmacher es in Wenkheim gab, als Philipp Döpfert 1878 Maria Dorothea Meining heiratete und sich in Wenkheim niederließ, ist nicht mehr feststellbar. Jedenfalls war Schuhmacher eines der häufigsten dörflichen Handwerke, meist im Nebenberuf betrieben.

Nach Philipp Döpfert wurde auch sein Sohn Konrad Schuhmacher im väterlichen Betrieb. Er kam jedoch aus dem Ersten Weltkrieg nicht mehr heim und so ging der Betrieb von Philipp Döpfert direkt auf seinen Enkel Anton Döpfert über.

Werner Döpfert, der letzte der Wenkheimer Schuhmacher, lernte wohl auch als letzter Wenkheimer dieses Handwerk.

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Bei Schuhmachermeister Hugo Deckert in Tauberbischofsheim ging er von 1953 bis 1956 in die Lehre. Nach der Lehrzeit arbeitete er zuerst als Geselle im elterlichen Betrieb und zusätzlich in der kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft.

Weitere Schuhmacher

In dieser Zeit gab es in Wenkheim noch zwei weitere Schuhmacherwerkstätten, deren Inhaber aber Anfang der 60ger Jahre den Betrieb aufgaben und in die Industrie wechselten. 1959 und 1960 war Werner Döpfert dann bei Orthopädieschuhmacher Haberkorn in Tauberbischofsheim beschäftigt. Während dieser Zeit machte er in Würzburg in der Abendschule die Meisterausbildung. Von 1960 bis 1969 war er in Würzburg als Schuhmachermeister tätig, danach weitere sieben Jahre in der Industrie. In dieser Zeit betrieb er die Schuhmacherei in Wenkheim im Nebenerwerb.

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Als sich sein früherer Lehrherr Hugo Deckert 1976 zur Ruhe setzte und ihm das Geschäft anbot, griff er zu, wirkte 18 Jahre in Tauberbischofsheim in der Blumenstraße. Auf Grund des gesundheitliche Zustands seines Vaters, der nicht mehr im Stande war, den behinderten Bruder zu betreuen, entschloss er sich, das Geschäft in Tauberbischofsheim aufzugeben und die Arbeit wieder komplett nach Wenkheim zu verlegen. Seinen Kundenstamm versorgte er jedoch weiter über Annahmestellen für Schuhreparatur in Tauberbischofsheim, Külsheim, Lauda, Werbach und Großrinderfeld.

Viele treue Kunden

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Diese Annahmestellen wurden von seiner Frau Steffi betreut, bis sie diese Tätigkeit 2009 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Viele seiner Kunden sind ihm doch weiterhin treu geblieben und haben den Weg nach Wenkheim gesucht. So traf man in der kleinen Werkstatt immer Kunden aus der näheren und weiteren Umgebung an.

Und es waren ja nicht nur Schuhe, die ihm zur Reparatur gebracht wurden.

Taschen, Koffer und Lederjacken, aber auch Schlafsäcke mit defekten Reißverschlüssen, Schuhmacher Döpfert fand fast immer eine Lösung.

Nicht nur Wenkheim ist durch diese Geschäftsaufgabe ärmer geworden. wbp