Leserbrief

Coronavirus

Wo sind die CE-zertifizierten Mundschutzmasken?

Halten Sie zwei Meter Abstand oder bleiben Sie zu Hause. Aber haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, wie unsere Ärzte und Pflegekräfte das umsetzen wollen? Zu Hause bleiben?

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte am Wochenende erklärt, die Entwicklung bei der Zahl der Infektionen gebe der Bundesregierung keinen Anlass, eine Aufhebung von Maßnahmen zu erwägen. Im Gegenteil, in der jüngsten Kabinettssitzung wurde über die Maskenpflicht für alle diskutiert. Die Maskenpflicht in Supermärkten, Bussen und Bahnen. Aber von welchen Masken sprechen wir? Wo sind diese CE-zertifizierten Masken, die uns alle schützen?

Vor nicht allzu langer Zeit war die Maskenpflicht eher ein Teil der Qualitätssicherung und beschrieben in der Berufsordnung der Ärzte und auch der Pflegekräfte bis zu dem Tag, an dem es keine Schutzausrüstung mehr gab. Weit weg von jeder Leitlinie und Vorgabe bleibt dieser Tage den Ärzten und Pflegekräften nicht anderes übrig, als Einwegartikel mehrfach zu nutzen oder ganz ohne zu arbeiten. Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit rücken in den Hintergrund und Ärzte und Pflegepersonal gefährden sich selbst und andere. Nicht zu glauben, dass wir in diesen Tagen in den Medien Diskussionen über den nicht zulässigen Vertrieb der nicht CE-zertifizierten selbstgenähten „Schutz“-Masken hören.

Wir können nicht warten, bis eine Stoffmaske ein Konformitätsbewertungsverfahren zur CE-Zertifizierung durchlaufen hat. Nennen Sie es, wie sie wollen. Es ist die „Ich habe keine Alternative“-Stoffmaske, so ich als Mitglied der Bürgerinitiative „Wir sind Bergstraße!“, die zusammen im Team der unermüdlichen 20 freiwilligen Helfer und 300 ehrenamtlichen Näherinnen mit Unterstützung des Kreises Bergstraße, insbesondere der Stadt Bensheim, der TSV Auerbach und dem Team Bensheim in der Tour der Hoffnung die Alten- und Pflegeheime mit den bisher 3500 selbstgenähten Stoffmasken im Kreis Bergstraße versorgt.

Mit der selbstgenähten Mund-und-Nasen-Stoffmaske wollen wir vor allem die Menschen unterstützen, die zu den Risikogruppen gehören und sonst keinen Zugang zu Schutzausrüstungen haben.

Wir sind uns alle einig, dass die selbstgenähte Mund-Nasen-Stoffmaske nur ein Behelf und kein medizinisches Produkt ist. Sie schützt in erster Linie andere Menschen vor einer Infektion. Viele Menschen sind bereits mit dem Coronavirus infiziert, ohne es zu wissen und ohne Symptome zu zeigen.

Ich für Dich und Du für mich! Nichts anderes ist das Ziel bei der Maskenpflicht für alle. Schauen wir uns doch die Statistik in den Alten- und Seniorenheimen an und dann soll sich jeder selbst ein Bild machen, ob oder ob nicht das Tragen einer Maske sinnvoll ist oder gewesen wäre.

Warten wir weiter auf die versprochene Schutzausrüstung und helfen uns selbst.

Meine Stoffmaske schützt Dich – Deine Stoffmaske schützt mich!

Wichtig zu wissen: Die Stoffmaske ist eine zusätzliche Maßnahme im Kampf gegen die Virusübertragung. Nach wie vor ist es am besten, zu Hause zu bleiben, zu anderen Menschen zwei Meter Abstand zu halten und sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen.

Bianca Scholz

Bensheim

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