Leserbrief

Organspende

Wie soll denn eine Widerspruchslösung praktisch aussehen?

Alle reden über Organspende und Widerspruchslösung. Aber nirgendwo ist zu hören oder zu lesen, wie die Widerspruchslösung faktisch aussehen soll.

Die Bürger haben ein Anrecht zu wissen, wie das praktisch ablaufen soll. Muss ich immer ein Papier bei mir haben, welches meinen Widerspruch dokumentiert? Wer sucht nach diesem Papier, wenn ich verunglückt aufgefunden werde? Muss es notariell beglaubigt sein? Soll ich meinen Widerspruch auf meine haut tätowieren lassen? Wer fragt bei meiner Familie nach, wenn diese während meines Unfalls im Urlaub weilt und nicht erreichbar ist?

Das Kalkül der Akteure pro Widerspruchslösung ist, zunächst eine Grundsatzentscheidung für die Widerspruchslösung herbeizuführen. Und dann soll sich die Bevölkerung mit der derzeit in keiner Weise diskutierten praktischen Ausgestaltung der Widerspruchslösung abfinden. Deshalb veröffentlicht auch niemand der Befürworter ein oder mehrere Modelle für den möglichen Handlungsablauf. Dies ist aber unabdingbar, um eine seriöse und ehrliche Diskussion zu ermöglichen.

Dr. med. Erich Konietzke

Bensheim

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