Leserbrief

Stadthaus

Was läuft in Heppenheim besser als in Bensheim?

Der Bericht im BA veranlasste mich, das Stadthaus Heppenheim zu besichtigen. Was ich sah, da kann ich nur voller Hochachtung meinen Hut ziehen und mich vor den politisch Aktiven verbeugen. Ein seit Jahren anstehendes Problem mit dem ehemaligen Kaufhaus Mainzer wurde anscheinend weitgehend einvernehmlich und mit Verstand gelöst.

„Ausdrückliche Hochachtung“

Meine ausdrückliche Hochachtung nochmals für den Baudezernenten und den Bürgermeister von Heppenheim. Eine Entkernung oder gar Totalabriss, wegen angeblich zu hohem Kostenaufwand für Sanierung und Ertüchtigung des Altbaus, nach heutigen Bauvorgaben, war anscheinend kein Problem.

Es handelt sich schließlich um ein Bauwerk, das bereits vor dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde und nicht erst vor 40 Jahren. Und dann noch der Tatbestand, dass Grundstücksgrenzen und Bauwerksabmessung nicht übereinstimmten.

Man kann es am Bau sehen, es fehlt einerseits am Haus ein Eckpfeiler und der Eingang zum Textilgeschäft liegt geschützt unter der ersten Etage des Stadthauses. Solche Überschneidungen von Grundstücken und Hausflächen sind nicht ungewöhnlich. Ich kenne dies auch von anderen Städten.

Keine „Seilschaften“

Was läuft aber in Heppenheim besser als in Bensheim? Ich kann es nur vermuten. Während in Bensheim, seit 1948, nur eine Partei die Stadt mehr oder weniger gut verwaltet, trifft dies nicht für Heppenheim zu.

Es waren Mitglieder der CDU, SPD, FDP und selbst als Parteilose gewählte Bürgermeister. Den einzelnen Fraktionen ist damit bewusst, dass sie ihr Mandat nur auf Zeit haben und der Wähler, wenn Mist gebaut wurde, sie sofort mit dem Entzug des Mandats bestraft. Auch in der Verwaltung konnten so keine „Seilschaften“ gebildet werden.

Kultur des Miteinanders

Ich war in Heppenheim und Bensheim ehrenamtlicher Wahlhelfer. Der Umgang untereinander war in Heppenheim, im Gegensatz zu Bensheim, immer angenehm, über die Parteigrenzen hinweg. Nicht nur im Wahllokal, sondern auch, wenn man sich zufällig begegnete.

Diese demokratische Kultur des Miteinanders kenne ich nicht von Bensheim. Mit ein Grund dafür, dass ich mich aus dem Kreis der ehrenamtlichen Wahlhelfer verabschiedete.

Vielleicht wird man in Bensheim endlich wach, wenn die vorhersehbare Finanzbelastung für die Bürger, sei es durch Steuer- oder Gebührenerhöhungen, eingefordert werden, für die so „erfolgreiche“ (Miss-) Wirtschaft.

Hermann Bausch

Bensheim

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