Leserbrief

Windräder

Wald abholzen, um das Klima zu schützen?

Ohne Zweifel erfordert der fortschreitende Klimawandel eine schnelle Abkehr von unserer fossilen Energieversorgung. Doch manchmal treibt die Energiewende seltsame Blüten. Hierzu gehört auch die immer wieder gestellte Forderung von diversen Windkraftideologen, Wald auf den Mittelgebirgshügeln abzuholzen und Windenergieanlagen aufzustellen. Das Ganze wird dann noch so hingestellt, als wäre dies erforderlich, um den Klimawandel zu bekämpfen. Anwohner und die Natur haben dann eben Pech gehabt und müssten das hinnehmen. Was für ein Unsinn!

Wald und Waldboden sind ein wichtiger CO2-Speicher, den es auch aus Klimaschutzgründen zu erhalten und möglichst zu mehren gilt. Weiterhin ist der natürliche Wald unersetzlich für den Artenschutz. Stattdessen wird im Namen der Energiewende abgeholzt – nicht nur für die Anlagen, sondern auch für die Zufahrtswege. Und in den Waldboden werden Fundamente aus Beton gegossen. Vögel und Fledermäuse werden geschreddert und die Waldbrandgefahr wird erhöht.

Photovoltaik weniger kritisch

Dabei ist der Stromertrag dieser Anlagen sehr gering. Man bedenke: Es braucht hunderte Windenergieanlagen, um auch nur ein durchschnittliches Kohlekraftwerk zu ersetzen. Der Nutzen dieser Anlagen im Wald steht in keinem Verhältnis zum Schaden, der durch sie angerichtet wird.

Bei der Einführung der erneuerbaren Energien muss meiner Meinung nach ein Grundsatz gelten: Dies muss so umweltschonend wie möglich erfolgen. Dabei hat natürlich auch die Windkraft ihre Bedeutung, wie etwa auf dem Meer oder auf freiem Gelände. Aber weniger problematisch ist letztendlich die Photovoltaik, denn diese lässt sich wesentlich umweltschonender einsetzen.

Bernhard Hartkorn

Lampertheim

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