Leserbrief

Sanner-Umzug

Viele Fragen zu den Ausgleichsflächen

Sanner-Bebauung frühestens 2025“, BA vom 2. September; „Es wird kein Stubenwald III geben“, BA vom 11. September

Unter der Überschrift „Ausgleichsflächen geplant“ war am 2. September zu lesen: „Die Stadt werde mit diesen Vorhaben sogar die doppelte Fläche ausgleichen als regulär erforderlich, so Richter. Und weiter: „Er (Rolf Schepp) sah durch das neue Wohngebiet die Belastung in Auerbach und wollte mit dem Grundsatzbeschluss die Forderung nach einer Ausgleichsfläche vor Ort verbinden.“

Unter der Überschrift „Saubere Begründung gefordert“ ist am 11. September zu lesen: „Der Rathauschef verwies erneut auf die Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenverbrauch. Dazu zählte er Fassaden- und Dachbegrünungen am künftigen Neubau, aber auch rund drei Hektar Siedlungsfläche in Fehlheim und Zell. Richter sprach von einem „doppelten Ausgleich“. Die Planer hätten seiner Ansicht nach nicht umsonst vom „grünsten Bebauungsplan, den der Kreis Bergstraße jemals gesehen hat“ gesprochen.“

Sinnvolle Forderung

Jetzt ist endlich heraus, was der Bürgermeister mit „regulär erforderlich“ gemeint hat: Das sind Dachbegrünungen und die Nicht-Bebauung vorhandener unbebauter Flächen, nicht vor Ort, sondern an ganz anderen Stellen. Die Forderung von Herrn Schepp ist also sinnvoll, auch wenn die Brüder Richter dies völlig anders sehen.

Bei solchen Fragestellungen empfehle ich die Schrift des Hessischen Ministeriums für Umwelt: „Planen und Bauen im Einklang mit der Natur und was leistet die Hessische Ökoagentur?“. Gleich auf Seite 1 werden wichtige Fragen an die Bensheimer Entscheidungsberechtigten gestellt: „Sie achten auf Ihr Image und wollen schnell Erfolge sehen? Sie wollen Naturschutzfragen bei Ihrem Plan oder Projekt erfolgreich beantworten und im Einklang mit der Mutter Natur arbeiten? Sie sind als Gemeinde Trägerin der Bauleitplanung, politischer Entscheider, Investor oder Planer?“ Den Fragen ist eine Empfehlung angehängt. „Wenn einer dieser Punkte für Sie zutrifft, sollten Sie unbedingt weiterlesen.“

Aus der zitierten Schrift ergeben sich für mich Fragen an unsere Entscheidungsträger: Was ist für sie eine Ausgleichsfläche? Wo wird definiert, wie viele Ausgleichsflächen „regulär erforderlich“ sind? Wie viele entsiegelte Flächen gibt es als Ausgleichsflächen für die bisher im Stubenwald II versiegelten Flächen? Wo liegen diese Flächen?

Meines Erachtens muss allen kommunalpolitischen Entscheidungsträgern sowie allen Bensheimer Bürgern klar sein: Das Verhältnis von versiegelten Flächen zu entsiegelten Flächen wird künftig für die Grundwasser-Ökologie und damit für die Trinkwasserversorgung immer wichtiger werden.

Dieter Markowetz

Bensheim

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