Leserbrief

Open Air am Kloster

Verkehrschaos im ganzen Stadtviertel

„Trotz positiver Bilanz: Rex-Open-Air im kommenden Jahr in Bensheim“, BA vom 20. August

Den Bericht über die Konzerte in Lorsch am Freitag und Samstag und vor allem die Kommentare der Veranstalterin kann ich nicht einfach so stehen lassen. Bei mir muss sich die Veranstalterin nicht für mein Verständnis bedanken: Ich habe keins und damit bin ich nicht allein. Dabei geht es nicht in erster Linie um die Musik (das ist Geschmacksache) – auch, wenn die infernalische Lautstärke am Samstagabend schon an die Grenze ging.

Vor allem gilt unsere Kritik der katastrophalen Organisation. Wenn man 3000 Karten verkauft, kann man leicht abschätzen, dass die Anzahl der Fahrzeuge, mit denen die Zuschauer anreisen, bei weitem die Parkmöglichkeiten in der Umgebung übersteigt. Ein verkehrstechnisches Konzept, wie es jetzt wohl in Bensheim verlangt wird, gab es hier offensichtlich nicht. Die Aussage „Der Mönchskreisel war kurzzeitig verstopft“ ist eine maßlose Untertreibung. Schon zwei Stunden vor Konzertbeginn gab es ein totales Verkehrschaos im ganzen Stadtviertel. Der Stau reichte bis weit auf die Bundesstraße und die engen Straßen im Wohngebiet waren total blockiert. Die Polizei war da, konnte aber auch nichts ausrichten. Wenn es in dieser Zeit in einem Wohnhaus einen Brand oder einen medizinischen Notfall gegeben hätte, wären die Rettungskräfte nicht an den Einsatzort durchgekommen.

Die Veranstalterin hat sich schon einmal unter heftiger Kritik aus Lorsch verabschiedet. Jetzt will sie es in Bensheim versuchen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich die Sache noch einmal anders überlegt, wenn in Bensheim die Auflagen strenger und vielleicht auch die Kosten höher sind.

Aber auch in einem anderen Zusammenhang ist diese Veranstaltung bemerkenswert. Stichwort: Parkplatz Ost. Hier gab es fünf Tage intensive Nutzung des Karolingerplatzes als Parkplatz und Veranstaltungsort – mit Auf- und Abbau dauerte es mehr als eine Woche. Viele Autos, viele Menschen, sehr laute Musik und Pyrotechnik vom Feinsten direkt an der Klostermauer. All das ist offensichtlich kein Problem für das Weltkulturerbe. Dagegen ist die Öffnung des Parkplatzes für einige Wochenenden im Sommer (wenn es in Lauresham besondere Angebote gibt) angebliche eine Gefahr für den Welterbestatus. Das verstehe wer will.

Ute Schuster

Lorsch

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