Leserbrief

Benefizaktion

Sternsinger sind ein tolles Vorbild

Bereits seit einigen Jahren beschäftig mich während der Sternsingeraktion immer ein Gedanke: Die Initiative der Sternsinger oder auch das Dreikönigssingen ist eine Aktion, in der Kinder sich für notleidende Kinder auf der ganzen Welt einsetzen. Sie gehen von Haus zu Haus, sprechen den Sternsingersegen für das Haus und die Bewohner aus, um alle auch im neuen Jahr zu beschützen und sammeln Spenden für eben die Kinder, denen es nicht so gut geht, wie ihnen selbst. Und das über mehrere Tage. Bei jedem Wetter – ob Wind, Regen oder Schnee. Sie und ihre Begleiter haben großen Respekt verdient.

Von Haus zu Haus gehen, das erinnert mich an Halloween, das mittlerweile einen immer höheren Stellenwert bei uns einnimmt. Die Kinder gehen auch an Halloween von Haus zu Haus, um Süßigkeiten zu sammeln – „sonst gibt’s Saures“.

Wenn es für die Hausbewohner dumm läuft, gibt es von den Größeren unangenehme Hinterlassenschaften. Die Jüngeren hingegen haben Spaß daran, sich zu verkleiden und nach Süßigkeiten zu fragen. Das ist noch bis zu einem gewissen Maß in Ordnung und es sei ihnen gegönnt. Trotzdem drängt sich mir immer der Vergleich auf: Sie sind unterwegs, um etwas für sich zu sammeln. Weshalb denn nicht auch mal für Andere, um gleichzeitig auch etwas Sinnvolles zu tun? Dazu gehört die Einstellung, Bereitschaft und Erziehung durch die Eltern, ihre Kinder zu bestärken und durch Zuspruch zu unterstützen.

Die, in meinen Augen, sehr kindgerechte Sternsingeraktion, bietet Kindern eine Chance, zum ersten Mal etwas für Andere zu tun; sich Gedanken über die zu machen, denen es nicht so gut geht, die weniger Chancen auf Kindheit und Bildung haben. Es ist eine Chance, stolz zu sein, auf das, was man tut.

Leider werden es jedoch immer weniger Kinder, die als Sternsinger unterwegs sind. Was viele Kirchengemeinden dazu gezwungen hat, nur noch Haushalte zu besuchen, die sich zuvor für die Aktion angemeldet haben.

Das bringt mich zum Nachdenken: Vielleicht sind unter den Sternsingerkindern auch schon die Erwachsenen, die sich später für andere Menschen einsetzen. Die Erwachsenen, die wir alle mit ihrem sozialen Engagement so dringend brauchen.

Stefanie Beetz

Bensheim

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