Leserbrief

Wormser Straße

Stadt muss an den Brennpunkten handeln

Wenn Politiker beim Verkehrsaufkommen in der Wormser Straße von einem erträglichen Maß reden, könnte einem der Kragen platzen. Dazu Ersten Stadtrat Sachwitz, „Verkehrsexperte“ der Stadt Bensheim, befragt, äußert sich dieser lapidar, man kann bei der Wormser Straße ein erhöhtes Verkehrsaufkommen feststellen. Das war’s.

Gutachter kommen zu dem Ergebnis: „Alles im grünen Bereich“ in der Weststadt, das heißt auch in der Wormser Straße. Wer solche Kommentare loslässt, dessen Brille scheint beschlagen zu sein. Ignoranz wäre wohl die richtige Bezeichnung.

Was will man denn noch den Anwohnern in der Wormser Straße und in der Weststadt mit dieser Verkehrspolitik auflasten? Bisher haben die Anwohner die Raserei, den Lärm (man baute auf eigene Kosten Lärmschutzfenster ein, da angeblich eine Messung des Verkehrsaufkommens keinen Zuschuss hergab), alles wurde ohne Widerstand hingenommen. Durch die Raserei und die ständigen Staus (bedingt durch eine fehlerhafte Verkehrsplanung der Vergangenheit) sind Emissionswerte erheblich angestiegen. Somit werden die Anwohner weiterhin starken gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt.

Charakter einer Autobahn

Durch den teilweisen Ausbau der Wormser Straße auf vier Spuren hat sie ein Autobahncharakter. So kann man regelmäßig ab Beginn der zweiten Spur stadtauswärts ein regelrechtes, manchmal ohrenbetäubendes Durchstarten hören. Stadteinwärts versucht man, bevor die Engstelle kommt, ganz vorne zu sein.

Solche „Rennen“ kann man täglich beobachten. Geschwindigkeit 50 km/h? Darüber kann man nur lachen. Geschwindigkeitskontrollen gibt es so gut wie keine. Die letzte Kontrolle hätte man sich sparen können, da sie weithin gut sichtbar war. Logischerweise stellt man dann bei der Auswertung fest, dass es keine Auffälligkeiten gab.

In der letzten Zeit sieht man so gut wie keine „Blitzer“ mehr. Dies unterstreicht noch einmal die Notwendigkeit, geeignete Maßnahmen in der Wormser Straße zur „Entschleunigung“ zu ergreifen. Ich bin normalerweise kein Befürworter von Radaranlagen. Wenn aber das Ganze solche „Auswüchse“ annimmt, muss man handeln.

Weshalb kann man an den „Brennpunkten“, wie stadtauswärts ab der mehrspurigen Fahrbahn, keine stationäre Radaranlage aufstellen? Gleiches auch auf der anderen Seite stadteinwärts. Mobile Anlagen wurden i n der Vergangenheit, weshalb auch immer, gut sichtbar und nur zu „Arbeitszeiten“ der Hilfspolizei aufgebaut. Solche Maßnahmen sind kostenintensiv und nützen niemanden – und der eine oder andere hält sich mit Spot nicht zurück.

Kein Wunder, wenn man dann bei der Verkehrsbehörde ständig von „keinen auffälligen Zahlen“ spricht und somit alles beim Alten bleibt. Das Ideale wäre eine Geschwindigkeitsanzeige vor der Radaranlage und am „Brennpunkt“ die Radaranlage. Ziel muss es sein, das Leben der Anwohner erträglicher zu machen.

Sollten sich aber die Verantwortlichen der Stadt weiterhin weigern, Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen, so sieht man sich gezwungen, eine Bürgerinitiative zu gründen, um diese „Auswüchse“ zu beseitigen.

Josef Gondolph

Bensheim

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