Leserbrief

Klimaschutz

Schüler streiken – und was tun Eltern und Lehrer?

Diese Woche werden wieder weltweit Schüler streiken. Was haben wir als die Generationen vor Greta Thunberg und all den heute streikenden und noch nicht streikenden Schülern gemacht?

Wenn man den Blick auf wichtige Erkenntnisse der Umweltbewegung wirft, so stehen da: Nachhaltigkeit, Einsparung von Energie und Material. Es wäre eine sinnlose Energieverschwendung, all die Beispiele von Energieverschwendung aufzuzählen, die wir uns geleistet haben. Deshalb hier nur eine Andeutung: weg von der energiesparenden Bahn hin zu (künstlich verbilligtem) Flugverkehr und zu immer größeren Pkw (SUV) und Lkw, zu Riesenflugzeugen und Riesen-Bahnhöfen und -Flughäfen.

Wie soll ein intelligentes Kind, das mit diesen Erfahrungen aufgewachsen ist, glauben, dass die vorhergehende Generation nachhaltige Lösungen dafür gefunden hat, wie ein ressourcensparendes friedliches Zusammenleben der Völker gesichert werden kann?

Zum Glück haben die heutigen Schüler noch nicht all die Enttäuschungen hinter sich, die die Erwachsenen, die auf diese Ideen gesetzt haben, erfahren mussten. Zum Glück gibt es Ideen von Kindern und Jugendlichen: Bäume pflanzen – und zwar so viele Milliarden wie möglich, Sammeln des Kunststoffs, bevor er die Weltmeere endgültig verseucht.

Und zum Glück gibt es jetzt die Möglichkeit, eine kluge Idee in kürzester Zeit über die ganze Welt zu verbreiten. Nicht erst Greta Thunberg, sondern schon die Bewegung „Plant for the Planet“ hat die Devise ausgegeben: „Nicht reden, sondern handeln“. Und das heißt eben nicht, planlos handeln, sondern die vorhandenen Erkenntnisse nutzen und sich nicht von Ablenkungsmanövern vom Weg abbringen lassen.

Millionen haben ihr Bestes gegeben, Millionen haben nicht begriffen, was auf dem Spiel steht, Millionen haben es nicht wahrhaben wollen. Leider begreifen es viele, ohne entschieden zu handeln.

Aus der Sicht derer, die das Jahr 2070 oder gar das Jahr 2100 erleben werden, ist die Schuldfrage uninteressant. Die mag im politischen Tagesgeschäft diskutiert werden. Entscheidend ist, ob wir jetzt der kommenden Generationen Wege ebnen oder sie ihr verbauen.

In einem Zeitungsbeitrag der „ZEIT“ fragt der Autor Manuel J. Hartung: „Wie kann aus den Schulstreiks gegen die Klimakrise eine große Bewegung entstehen?“ – und gibt selbst die Antwort: „Indem Eltern und Lehrer bei den Fridays for Future mitmachen“. Recht hat er!

Walter Böhme und Peter Lotz

Bensheim

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