Leserbrief

112 und 116117

Missbrauch der Notrufnummer zum Teil hausgemacht

„112“: Fünf Fragen und eine lebenswichtige Nummer, BA vom Dienstag, 11. Februar

Wie so oft setzt sich, gerade im medizinischen Bereich, einer gut erläuterten Theorie eine Praxis entgegen, welche so vollkommen anders ist.

Leider musste ich im vergangenen Jahr eine schlechte Erfahrung mit der Bereitschaftsdienst-Telefonnummer 116117 machen: Meine 87 Jahre alte Mutter befand sich in einem so schlechten Zustand, dass ich, am Samstagabend, nicht mehr auf den Hausarzt am Montag warten konnte. Ich wählte also die 116117 und schilderte das Befinden meiner Mutter. Ich bekam den Rat, Blutdruck zu messen. Darauf erwiderte ich, dass ich kein entsprechendes Gerät hätte. Die direkte Anweisung an mich war, dass ich dann besser die 112 wählen solle.

Ich tat dies und die alsbald eintreffenden Sanitäter fragten mich, warum ich nicht erst die 116117 gewählt hätte, es handele sich nicht um einen lebensbedrohlichen Zustand. Nach meiner Schilderung kam der Kommentar: „Jetzt haben die schon wieder einen an uns abgeschoben.“ Meine Frage, ob dies oft passieren würde, wurde bejaht. Die 116117 hat uns natürlich auch schon geholfen. Aber der Missbrauch der 112 ist teilweise leider hausgemacht.

Anne Jagoda

Bürstadt

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