Leserbrief

Kritik an Rolf Kahnt

In prominenter Gesellschaft

Leserforum „Der Autokrat geht. Gehaben Sie sich wohl‚ Herr Kahnt!“, BA vom 24. Januar 2019

Rolf Kahnt wird in diesem Leserbrief heftig kritisiert, weil er einen offenen Brief nicht unterschrieb, in welchem sich die AfD-Kreistagsfraktion „von den Aussagen Höckes zum sogenannten ,Denkmal der Schande’“ distanzierte. Leider wird vergessen, dass Herr Kahnt und Herr Höcke sich in prominenter Gesellschaft befinden. Als Björn Höcke das Holocaust-Denkmal als „Denkmal der Schande“ bezeichnete, war der Aufschrei groß, bis sich herausstellte, dass Rudolf Augstein und Martin Walser Vergleichbares gesagt hatten.

An einem sehr prominenten Ort war von dem Schriftsteller Martin Walser am 11. Oktober 1998 in der Frankfurter Paulskirche zu hören: „In der Diskussion um das Holocaust-Denkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlen. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßen Alptraum. Die Monumentalisierung der Schande.“

„Gegen die Hauptstadt“

Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein am 30. November 1998: „Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, dass dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist.“ Obwohl diese Aussagen so ganz und gar der „politischen Korrektheit“ widersprechen, wird man Martin Walser und den Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein wohl kaum in die rechte Ecke stellen können.

Der Fall „Kahnt und das Holocaust-Denkmal“ ist symptomatisch dafür, wie man missliebige, „politisch unkorrekte“Aussagen Andersdenkender diskreditiert.

Dieter Stephan

Bensheim

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