Leserbrief

Welterbestätte

Hohe Besucherzahl auch wegen des Jubiläumsjahres

Als Besucher der Sitzung des Kulturausschusses in dieser Woche wünschte man sich, die städtischen Gremien hätten die von Dr. Schefers vorgetragene Besuchsstatistik zum Welterbe bereits vor den Planungsentscheidungen für einen Parkplatz Ost gekannt. Bemerkenswert war, mit welcher Nonchalance Schefers gleich zu Beginn sämtliche bis dahin von ihm oder der Stadt kolportierten Zahlen vom Tisch fegte und mit einer neuen Besuchsstatistik aufwartete. Der feine Unterschied zu einer echten Besucherzählung war rasch erklärt: Natürlich erfasse man an den drei Zählstellen – Altes Rathaus, Museum, Besucherinfozentrum (BIZ) – die eine Besucherin oder den anderen Besucher gleich doppelt, vielleicht sogar dreifach. Einen Korrekturfaktor konnte er nicht anbieten und ließ die Ausschussmitglieder ratlos zurück.

Immerhin waren zwei Dinge klar geworden: Die echten Besucherzahlen sind nicht nur wesentlich geringer als Stadt, Verwaltung der Schlösser und Gärten (VSG) und alle Freunde des geplanten Parkplatzes glauben machen wollten, sondern auch seit zwei Jahren rückläufig. Mit den Gründen tat sich der Vortragende schwer. Den Besucherhöchststand der Jahre 2014 und 2015 erklärte er sich mit dem Ende der Bauarbeiten. Vollkommen unerwähnt ließ Schefers, dass diese hohen Besucherzahlen mit den Festlichkeiten des Jubiläumsjahres 2014 zur 1250-Jahr Feier einhergingen.

Besonders interessant ist die Entwicklung im Teilbereich Museumspädagogik. Man muss anmerken, dass besonders hierfür und für Lauresham nach Aussagen von VSG und Stadt der Parkplatz höchste Priorität habe. Hier haben sich die Besuchszahlen seit 2005 halbiert.

Der kontinuierliche Rückgang – laut Schefers auf 10 525 im Vorjahr – begann lange vor dem Bau von Lauresham oder des BIZ, das in dieser großen Auslegung ja ausgerechnet für die Museumspädagogik gebaut wurde.

Die Ursachen haben nichts mit den Baumaßnahmen im Welterbe Bereich oder gar fehlenden Parkplätzen zu tun. Sie sind systembedingt und die Verantwortlichen täten gut daran, dies endlich zur Kenntnis zu nehmen.

Thilo Figaj

Lorsch

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