Leserbrief

Haus am Markt

Hoffnung auf einen Sinneswandel im Rathaus

Es gibt ein lobenswertes Beispiel für einen Sinneswandel im Bensheimer Rathaus : Es gäbe nämlich sonst weder den Wambolter Hof noch den Walderdorffer Hof. Der Abriss des Wambolter Hofs (im Besitz der Stadt) war in den 1960er Jahren beschlossene Sache, Pläne für den Nachfolgebau lagen schon im Stadtbauamt.

Es war dem beharrlichen und sachkundigen Einsatz von Wilhelm Weyrauch zu verdanken, damals Stadtverordneter der SPD, dass ein Umdenken in Gang kam, so dass dieser alte Adelshof erhalten blieb, ebenso wie der Walderdorffer Hof, dem das gleiche Schicksal zugedacht war (seit den 70er Jahren im Besitz der Stadt).

Der Vergleich hinkt

Es wurden schließlich Finanzierungsmöglichkeiten gefunden und beide wurden renoviert, rechtzeitig zum Hessentag im Jahr 1976. Auch heute werden sie mit Stolz vorgezeigt.

Es wird jedem klar sein, dass ich mit diesem Appell an einen Sinneswandel im Rathaus das Haus am Markt im Sinn habe, wenn auch der Vergleich hinkt: Der Wambolter Hof war damals „eine vergammelte Bruchbude“ (Zitat Stadtarchivar Diether Blüm), während das Haus am Markt baulich in Ordnung ist, ja mehr als das.

Ein schönes Haus

Zahlreiche Fotos im Bergsträßer Anzeige belegen es: Es ist ein schönes Haus, das optisch bruchlos und harmonisch die rechte Fachwerkseite des Marktplatzes mit der linken Fachwerkseite verbindet. Es ist ein architektonisch origineller Bau, der die letzte Bensheimer Kriegslücke geschlossen hat.

Gisela Reck

Bensheim

(Quelle: Diether Blüm: „Adelsfamilien im Alten Bensheim“ und Wilhelm Weyrauch: „Das frühe Bensheim“)

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