Leserbrief

Haus am Markt

„Hasenkasten“ wäre eine Schande für die Stadt

Für Bensheim ergibt sich folgende Konstellation: Im Stadtparlament gibt es sieben Fraktionen. Machthaber: die CDU und die „Abnickerparteien“ GLB und BfB, die durch den Koalitionsvertrag geknebelt sind. Opposition: SPD, FDP, AfD und FWG – praktisch vernachlässigbar; nein, halt: Unlängst haben sie aufgemuckt und etwas gesagt, und damit ihre Anwesenheit nachgewiesen.

Dann gibt es Bürgermeister Rolf Richter (CDU) und die Stadträte Helmut Sachwitz (CDU), Adil Oyan (Grüne) und Andreas Born (BfB).

Auch die MEGB (Marketing und Entwicklungsgesellschaft Bensheim) gibt es, die eine Tochtergesellschaft der Stadt ist, und deren Geschäftsführer Helmut Richter der Bruder des Bürgermeisters ist. Zudem ist Stadtrat Oyan auch noch Aufsichtsratsvorsitzender dieser MEGB. Wenn man sich diese Informationen zu Gemüte führt, kommt einem das Gefühl eines „Geschmäckles“ – wie die Schwaben sagen – in den Sinn. Oder: Honi soit qui mal y pense („Ein Schelm, der Böses dabei denkt“).

„Zeigt doch mal Charakter“

Die MEGB bemüht sich schon seit langen um die „Belebung“ des Neumarktcenters, jetzt soll sie auch noch zur Belebung des Marktplatzes beitragen? Da lachen ja die Hühner.

Dass Erster Stadtrat Sachwitz als Baudezernent ebenfalls auf den Abriss besteht und Argumenten gegenüber, die das Gegenteil fordern (siehe Leserbriefe im BA) resistent ist, ist außerordentlich zu bedauern. Aber er ist der Bestimmer und Liebhaber des Balkons vom „alten“ Neubau.

Mensch, euch Grünen kann doch der neue Stein- und Betonkoloss nicht gefallen! Zeigt doch mal Charakter. Die „Abrobberfraktion“ hat sich sogar ein neues Wort zu eigen gemacht. Der alte Bau sei nicht „umnutzungsfähig“. Abgesehen davon, dass das inhaltlich eine Lüge ist, gehört der Schöpfer dieses Begriffs mit dem Hosenbandorden in Gold mit Eichenlaub und Brillanten von der Deutschen Gesellschaft für Sprache und Volksverdummung ausgezeichnet. Technisch ist heute fast alles möglich – und man könnte sogar noch Kosten sparen.

Ich bleibe dabei: Wenn die jetzigen Machthaber das Haus am Markt „abrobbe“, dann darf dieses stilistisch passende Gebäude nicht durch den geplanten „Hasenkasten“ ersetzt werden. Ein Schelmenstreich. So viel Geschmacklosigkeit habe ich den Vertretern und Befürwortern dieses Neubaus nicht zugetraut! Diese Ausgeburt von Hässlichkeit darf keinen Einzug in das Bensheimer Stadtbild haben, es wäre eine Kulturschande für eine Stadt mit „Flair und mehr“!

Liebe „Geknebelte“ denkt um, liebe Opposition bekennt Farbe. Ich wende mich bewusst nicht mehr an die CDU mit ihren Bestimmern. Ihr ist nicht mehr zu helfen, sie ist zu weit von den Bürgern weg.

Lieber Gott, schick doch bitte Deinen Engel Aloisius mit deinen göttlichen Ratschlägen nach Bensheim ins Stadtparlament. Achte aber darauf, dass Aloisius nicht beim „Jäger“ oder beim „Hillenbrand“ hängen bleibt . . .

Klaus F. Benner

Bensheim

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