Leserbrief

BdV-Reise

Erinnerung an die sowjetischen Opfer fehlt

Auf den Spuren der russischen Seele, BA vom 28. September

74 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sollte eine Bensheimer Reisegruppe, die sich nach eigenen Angaben auf den „Spuren der russischen Seele“ befindet, dazu stehen, dass Deutschland am 8. Mai 1945 von der Sowjetunion vom Nationalsozialismus befreit wurde. Eine Erwähnung dessen und einen Dank an das Land, welches die Hauptlast beim Sieg über den Faschismus tragen musste, wäre das Mindeste, was die BdV-Ortsgruppe Bensheim und ihre Vorsitzende hätten zum Ausdruck bringen müssen.

Im Weltkrieg, der ein deutscher Angriffs- und Vernichtungskrieg war, musste die Sowjetunion 24 Millionen tote Bürger beklagen. Von 5,7 Millionen Angehörigen der Roten Armee, die in deutsche Kriegsgefangenschaft gerieten, gingen etwa 3,3 Millionen an Hunger, Kälte, Krankheiten und Zwangsarbeit zugrunde oder wurden durch Massenerschießungen hingerichtet.

In diesem Zusammenhang ist empörend, dass Deutschland weiterhin nicht bereit ist, den noch wenig lebenden ehemaligen sowjetischen Kriegsgefangenen einen Anerkennungsbetrag für das begangene Unrecht zu zahlen. Ebenso empörend finden wir die einseitige Darstellung in dem BdV-Bericht, der zwar die Massengräber der Stalin-Zeit erwähnt, die millionenfache Vernichtung von Menschen für „neuen Lebensraum im Osten“ aber verschweigt. Diese Gräueltaten dürfen nie vergessen werden.

Günter Löffler

Jutta Mussong-Löffler

Bensheim

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