Leserbrief

Marktplatz

Die Stadt sitzt erst einmal am kürzeren Hebel

Der Magistrat hat beschlossen, die Verhandlungen mit den Besitzern der Häuser Marktplatz 2 und 3 abzubrechen, da diese konsequent bei ihrer neuen Forderung von inzwischen 2,9 Millionen Euro bleiben. Jetzt sollen es also doch wieder die Juristen und der Denkmalschutz richten, und die Eigentümer sollen zur Restaurierung der Häuser gezwungen werden. Das kann lange dauern, und der Ausgang ist ungewiss.

Nicht verwunderlich

Man mag das Verhalten der Eigentümer beurteilen, wie man will, verwunderlich ist es nicht. Der Magistrat, die MEGB und die Koalition haben die Stadt mit dem Beschluss zum Abriss und Neubau des Hauses am Markt in eine schwierige Verhandlungsposition manövriert.

Die Besitzer nutzen nun die Gelegenheit und sagen sich, wenn die Stadt bereit ist, für ein derart umstrittenes Projekt 6,8 Millionen Euro oder mehr an Steuergeldern auszugeben, steigt auch der Preis für unsere Häuser.

Für die angestrebte „Stärkung und Belebung der Innenstadt“ ist die Stadt auf den Zugriff auf unsere Häuser angewiesen, sonst läuft das Projekt ins Leere.

Und wenn der neoklassizistische Neubau erst einmal steht, ist nicht auszuschließen, dass sie die Forderung noch einmal erhöhen werden.

Das Problem Marktplatz 2 und 3 hätte die Stadt vor einem Beschluss zum Haus am Markt lösen müssen, jetzt sitzt sie erst einmal am kürzeren Hebel.

In Anbetracht der neuen Situation wären die politischen Entscheidungsträger gut beraten, den Abriss und Neubau des Hauses am Markt noch einmal zu überdenken und neu zu bewerten.

Udo Bergmann

Bensheim

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