Leserbrief

Gewerbeansiedlung

Die Stadt kann die Angelegenheit nicht aussitzen

Kolmbacher wehren sich gegen die geplante Bauschutt-Anlage, BA vom 28. August:

Stand heute, zwei Monate nach Übergabe einer Petition von 290 Kolmbacher Bürgern an den Bürgermeister und den Magistrat der Stadt Lindenfels gegen den geplanten Bau einer Bauschutt-Aufbereitungsanlage, gibt es vonseiten der Stadt noch keine Reaktion darauf. Die Sache auszusitzen, wird unseren gewählten Stadtvertretern aber nicht gelingen, dafür ist die öffentliche Aufmerksamkeit bereits zu weit fortgeschritten, was man auch an der Vielzahl der Leserbriefe hier im BA gut erkennen kann.

Klar ist, „Im Gehren“ ist ein ausgewiesenes Gewerbegebiet. Das heißt aber noch lange nicht, dass man dort jedes Gewerbe haben möchte. Gedacht war damals an örtlich bekannte Unternehmen, die Gewerbefläche suchten. Dazu kam es dann wegen eines unverhältnismäßigen und teuren Erschließungsaufwand nicht, so dass dieses Gewerbegebiet in einen 16-jährigen Dornröschenschlaf verfiel, aus dem es jetzt mit dem Lärm einer Bauschutt-Zerkleinerungsanlage geweckt werden soll.

Schlag vor den Kopf der Helfer

In Kolmbach haben die Bürger mit viel ehrenamtlicher Arbeit die letzten Jahrzehnte am Erscheinungsbild des Dorfes gearbeitet. Die Teilnahme an den Wettbewerben „Unser Dorf“ und die Teilnahme am Dorferneuerungsprogramm haben dazu beigetragen. Nun sollen durch Bauschutt, Lärm, noch mehr Lkw, Staub mit vermutlich auch Gesundheitsgefahren sowie große Schuttberge an exponierter Stelle diese Bemühungen zunichtegemacht werden. Es wäre ein Schlag vor den Kopf der ehrenamtlichen Helfer.

Dass das Geschäft mit Bauschutt im Wesentlichen aus dem Ankauf besteht, erkennt man gut an den aktuellen Preisen. Der Ankauf liefert 15 Mal höhere Beträge wie der Verkauf des bearbeiteten Materials. Es wäre also nicht überraschend, wenn es „Im Gehren“ zunächst nur ständig anwachsende Schuttberge gäbe. Vielleicht muss für die reine Lagerung auch keine teure Erschließung her? Ein Schrottplatz als neues Kolmbacher Attraktion. Eine erschreckende Vorstellung.

Am kommenden Dienstag, 17. September, ab 20 Uhr findet im Dorfgemeinschaftshaus Kolmbach eine öffentliche Sitzung des Ortsbeirats mit diesem Thema statt. Alle Interessierten sind laut Ortsvorsteher Kurt Dersch herzlich eingeladen, dabei zu sein.

Hartwig Haas

Kolmbach

Info: Unsere Leserbrief-Richtlinien finden Sie unter bergstraesser-anzeiger.de/leserbriefe

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