Leserbrief

Klimaschutz

Die richtigen Maßnahmen durchsetzen

Nachhaltigkeit ist ein neuer Megatrend – in der praktischen Umsetzung hapert es dann aber bisweilen. Enthaltsam für ein gutes Klima“, BA vom 6. Juli

Der erste Fehler in diesem Text liegt in der Annahme es gehe um Nachhaltigkeit. Unbeachtet der Tatsache, dass dieser Begriff so abgegriffen ist, dass er eigentlich nichts mehr bedeutet, geht es in der derzeitigen Debatte um Klimaschutz – das heißt: um den Erhalt einer enkeltauglichen Welt.

Ja dies war schon immer ein grünes Kernthema, was glücklicherweise auch ein großer Teil der Bevölkerung so wahrgenommen hat. Wer außer den Grünen versucht seit Jahrzehnten die erneuerbaren Energien voranzutreiben? Wer bemüht sich schon genauso lang für ein besseres Radwegenetz, eine Verbesserung des ÖPNV, um pestizidfreie Gemeinden und das Verbot von Glyphosat? Die Grünen in der hessischen Landesregierung haben Förderungen für den ökologischen Landbau durchgesetzt. Seitdem steigt der Anteil an Biobetrieben in Hessen rapide an. Dies alles sind Maßnahmen für den Klimaschutz.

Im weiteren Text wird der Bürger als Konsument angesprochen. Der soll wohl alles richten, indem er die richtigen Produkte konsumiert. Da kommt aber viel Denkarbeit auf Ihn zu, denn er muss ja ständig überlegen, ob er wirklich die richtige Entscheidung trifft. Ähnlich wie im Labeldschungel der fairen Siegel muss er sich lange mit diesen Dingen beschäftigen, damit er weiß was dahinter steckt.

Deshalb kommt der Autor auf den Minimalismus zu sprechen. Wer weniger konsumiert ist auf der sicheren Seite. Er macht was für den Klimaschutz.

Die Dinge sind komplex

Mein Schluss aus der Erkenntnis, dass die Dinge komplex und für den Normalverbraucher nicht durchschaubar sind, ist ein anderer. Wir benötigen Politiker, die die richtigen Maßnahmen durchsetzen und somit klimaschädliches Verhalten minimieren.

Warum also nicht Grün wählen? Wer eine Absurdität aus der Bild Zeitung zitiert („Wie reich muss ich eigentlich sein, um Grün zu wählen?“) setzt sich eher negativ in Szene. Nicht alles was Grüne fordern kostet mehr Geld. Ernährungsexperten fordern schon lange, dass der Konsum an Fleisch, Wurst und Milchprodukten eingeschränkt werden soll. Die Vorschläge der Experten enthalten immer viel Gemüse und Obst. Wer mehr Gemüse isst kann sich auch gelegentlich teureres Fleisch leisten. Wer häufig zu Fertiggerichten aus der Kühltruhe greift hat sowieso vermeidbar hohe Haushaltskosten. Fahrradfahren und den öffentlichen Verkehr nutzen ist weitaus billiger als Auto fahren.

Einem Teil der Überschrift des Artikels kann ich voll zustimmen. In der praktischen Umsetzung hapert es. Deshalb rufe ich allen Nichtgrünen-Politikern zu: „Macht endlich was!“

Birgit Rinke

Bensheim

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser- anzeiger.de/leserforum

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