Leserbrief

Natur

Die größten Steingärten gehören der Stadt

„Kampf den Schottergärten“, BA vom Montag, 1. Juli

Erstaunlich, dass dieser Beitrag professionell – mit Pro und Contra – in der Zeitung kommentiert wurde. Die Information über bestehende kommunale Vorschriften in Bensheim waren jedoch eine Überraschung. Es gibt also „Richtlinien“ in Bensheim um „private Steingärten“ zu verbieten und die Besitzer zu einer Umgestaltung – natürlich nach „Behördenvorgaben“ – zu zwingen.

Es ist richtig: „Steingärten“ werden auf einer dicken Kunststofffolie im Untergrund angelegt. Das Wuchern von Unkraut soll so verhindert werden. Gleichzeitig ist dies aber insektenfeindlich und wasserundurchlässig.

Der eine liebt sie, der andere nicht

Der eine liebt diese Steingärten, da durch das Fehlen von „Unkraut“ der Garten „pflegeleicht“ ist. Anderen passen sie dagegen nicht und regen sich fürchterlich auf. Dritten sind diese Steingärten gleichgültig und akzeptieren die persönlichen Träume und Wünsche der Gartenbesitzer.

Ich passiere regelmäßig zwei derartige Steingärten. Der eine ist, da strukturiert, schon fast schön mit seinen farbigen Steinchen. Der andere mit grauem Granitschotter nur funktionell und öd, eben zur Vermeidung von wucherndem Unkraut.

Bauhof muss häufig wässern

Nur eine Frage muss doch erlaubt sein: Gelten diese „Richtlinien“ ausschließlich für private Eigentümer, um diese zusätzlich zu drangsalieren? Man ist ja so verantwortungsbewusst!

Der Eigentümer der größten Steingärten – mit Folien im Untergrund – ist doch die Stadt selbst: am Berliner Ring mit seinen „Feinstaubproduktionsanlagen“ (Kreisverkehren) und an der B 3 ab Schwanheimer Straße in Richtung Heppenheim bis zur Feinstaubproduktionsanlage.

Da die dünne Erdkrumme kaum Wasser speichern kann, ist der ständige Einsatz des Bauhofes erforderlich, um zu wässern. Aber die Stadt spart sich so die Kosten für eine intensive Pflege zur Beseitigung von Unkraut etc. durch Gartenbaubetriebe.

Es gibt immer einen Grund für diese Privilegierung der Kommunen. Dies gilt auch für die städtische „Baumsatzung“. Auch hier wird gefällt, wenn es den Mandatsträgern gerade mal so passt, siehe zum Beispiel am Marktplatz.

Hermann Bausch

Bensheim

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