Leserbrief

Umwelt

Der Jubilar hat die Klimakrise nicht verstanden

„Populismus bestimmt die Klimadebatte“, Bergsträßer Anzeiger vom Mittwoch, 8. Januar

Da äußert sich ein als verdienstvoll und kompetent angesehener Jubilar, Jürgen Gromer. Man sollte ihm aber deshalb nicht bei allem zustimmen, was er sagt.

So hat er von der menschengemachten Klimakrise offensichtlich keine Ahnung – wenn er davon spricht, dass es den Trend zum Klimawandel seit Millionen von Jahren gebe. Er meint: „Die Bundesrepublik könne alleine nichts bewegen. Es sei deshalb falsch, Millionen von Euro auszugeben und damit den Wohlstand zu reduzieren.“

Er unterschlägt, dass Deutschland zusammen mit den anderen früh industrialisierten Ländern Hauptverursacher der Klimakrise ist. Und dass wir mit unserem Wohlstand natürlich Vorbild für die ärmeren Länder sind, die auch im Wohlstand leben wollen und vieles von uns nachmachen.

Deshalb haben wir die Aufgabe, unseren CO2-Ausstoß von circa elf Tonnen pro Person und Jahr radikal zu reduzieren. Denn nur 2,5 Tonnen im Durchschnitt aller Menschen sind verträglich für die Erde. Wir als entwickeltes Land könnten zeigen, dass eine solche Reduzierung möglich ist und wir trotzdem gut leben können.

So können wir beitragen, dass ärmere Länder hoffentlich einen anderen Entwicklungsweg gehen, zu einem guten Leben zu kommen mit deutlich geringerem CO2-Ausstoß.

Gromer unterschlägt auch, dass es nicht darum geht, dass Deutschland allein die Klimakrise lösen sollte. Er sollte zur Kenntnis nehmen, dass es einen internationalen Vertrag gibt, das Pariser Klimaabkommen.

Otto Merkel

Bensheim

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