Leserbrief

Haus am Markt

Das Unbehagen artikuliert sich noch zu wenig

Vielen Dank für den sehr ausgewogenen und appellierenden Leserbrief vom 19. März zum Haus am Markt („Hoffnung auf einen Sinneswandel im Rathaus“). Wird er etwas in Bewegung bringen? Ich fürchte: nein. Kommunalpolitisch ist die Sache gelaufen.

Die Stadtverordneten der Koalitionsparteien haben in ihrer Mehrheit – wie üblich – für die Vorlage der Verwaltung gestimmt. Einwände und überzeugende Gegenargumente von kompetenter Seite wurden – wie üblich – beiseite gewischt. Wenn kein massiver Protest aus der Bensheimer Bevölkerung kommt, werden wir eine mindestens zweijährige Operation am offenen Herzen der Innenstadt erdulden müssen mit einem mehr als zweifelhaften Endergebnis.

Das Unbehagen der Bevölkerung ist allerorten zu spüren, aber es artikuliert sich zu wenig. Vor allem in der Kommunalpolitik sollten wir uns nicht damit zufriedengeben, ausschließlich den alle vier Jahre gewählten Parteien das Verfügungsrecht über die Gestaltung unseres direkten Umfeldes zu überlassen. Der Bürger darf und sollte sich einmischen und den Kommunalpolitikern auf die Finger schauen und wenn nötig auf die Füße treten. Denn er muss die Konsequenzen der getroffenen Entscheidungen tragen, weil die sogenannten „Entscheidungsträger“ am Ende unter Umständen gar nicht mehr in der Verantwortung sind. Folgen wir doch der Anregung von Herrn Schocke im Leserbrief vom 14. Dezember 2018 und stellen uns „massenhaft“ der Abrissbirne entgegen.

Doris Tiemann

Bensheim

Info: Leserbrief-Richtlinien online: www.bergstraesser-anzeiger. de/leserforum

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional