Leserbrief

Geldforderungen

Das DRK Lautertal ist nicht eigennützig unterwegs

„Keine Miete, aber eine Gebühr“, BA vom 16. Mai:

Die Lautertaler Bürgerliste (LBL) verkennt den Sinn und Zweck des Deutschen Roten Kreuzes und der damit verbundenen ehrenamtlich zu leistenden Aufgaben. Ähnlich wie beim Brandschutz wird hier selbstloses Engagement in allen Bereichen für die gesamte Gesellschaft und damit für jeden einzelnen Bürger durch die aktiven Mitglieder erbracht – und demnach nicht für den Verein und, wie unter anderem im Sport üblich, für die Aktiven selbst.

Während der Brandschutz durch ein Gesetz auch für die Finanzierung Regelungen erfährt – Sicherstellung durch Städte und Gemeinden mit Zuschüssen der Länder –, sind sanitäts- und rettungsdienstliche Verbände ausgeklammert. Das Lautertaler Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist zwar eine Untergliederung des DRK-Kreisverbandes Bergstraße, muss sich aber fast ausschließlich selbst über Beiträge und Spenden finanzieren.

Gefördert werden unter anderem hiervon insbesondere örtliche, aber auch kreis- und länder-, ja sogar bundesweite Aktivitäten wie die Sicherstellung des Katastrophenschutzes, die Mithilfe im Rettungsdienst, sanitätsdienstliche Betreuungsaufgaben, Kleiderausgaben an Bedürftige und Fahrdienste für Senioren. Dabei sind durch das DRK Lautertal auch noch Abgaben an die „höheren Verbandsebenen“ zu leisten, die wiederum weitere Projekte für die Allgemeinheit finanziell unterstützen.

„Helfer sind für alle im Einsatz“

Die durch die LBL vertretene Einschätzung, dass die höheren Verbandsebenen durchaus zahlungskräftig seien, ist sicher richtig, stellt aber eine Vermischung der Finanzierungsebenen dar und muss in den unterschiedlich betriebenen Aufgaben klare Abgrenzungen erfahren.

So unterliegt die Sicherstellung des Rettungsdienstes den Ländergesetzen und wird vorwiegend durch die Krankenkassen finanziert – aber nur zu diesem Zweck. Ähnlich auch bei durch das DRK betriebenen Pflegeheimen.

Das DRK Lautertal sowie die Feuerwehren der Gemeinde und ihre Helfer sind nicht eigennützig unterwegs, sondern für uns alle. Es gebührt großen Respekt hierfür. Mag sich über die durch die LBL vertretene Ansicht – ob nun Miete oder Gebühr für die Unterbringung in der Lautertalhalle – jeder seine eigene Meinung bilden. Aber bitte die Kirche im Dorf lassen, sonst gefährdet man gegebenenfalls den Fortbestand – und das kann keiner wirklich wollen.

Thomas Schuster

ehemaliger Schatzmeister

DRK Fürth

Bensheim

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