Leserbrief

Lebenskunst

Behauptungen sind irrwitzig und diffamierend

„Weniger Täter durch gewaltfreie Erziehung“, BA vom 8. Februar

Ich gehe zunächst davon aus, dass die Vortragsinhalte von Professor Pfeiffer aus der Reihe Lebenskunst zutreffend wiedergegeben wurden. Fragwürdig finde ich seine Behauptung, dass 95 Prozent „strenggläubiger Eltern, die Evangelischen freikirchlichen Gemeinden angehören“ – wie auch „muslimische Familien“ – zu 95 Prozent ihre Kinder prügeln.

Ich weiß ja nicht, in welcher evangelikalen Szene sich Herr Pfeiffer da bewegt hat. Dem Internet entnehme ich, dass er sich in diesem Zusammenhang bisweilen auf die US-amerikanische Situation bezieht, und auch, dass er eine katholische Prägung für besser hält.

Vehement widersprechen

Da ich die deutsche Szene gut kenne, möchte ich dem jedenfalls für unsere europäischen Verhältnisse vehement widersprechen. Selbstverständlich ist für einzelne Familien und auch für extremere Gruppierungen das nicht vollständig auszuschließen. Auf die gesamte Breite der Evangelikalen (was das bedeuten mag, wäre ohnehin zu definieren) bezogen, ist diese Behauptung jedoch irrwitzig und diffamierend.

Persönliche Ressentiments

Professor hin oder her – mir scheint, Herr Pfeiffer gibt hier einem persönlichen Ressentiment nach. Jeder ist eingeladen, sich persönlich evangelisch-freikirchliche Gemeinden anschauen – an der Bergstraße gibt es ja Gelegenheiten genug – und sich ein eigenes Bild darüber zu verschaffen, ob diese aus gewalttätigen Menschen bestehen. Mögen sie in manchem weniger „liberal“ sein. „Radikal“, wie es Prof. Pfeiffer ausdrückt, sind sie nicht.

Martin Giebeler

Zwingenberg

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