Leserbrief

Holocaust-Denkmal

Antifaschistische Rhetorik anstelle von Argumenten

„Das Denkmal ist dem Thema angemessen“, BA-Leserforum vom 2. Februar

Es hieß es in meinem Leserbrief „Der ,Fall Kahnt und das Holocaust-Denkmal’ ist symptomatisch dafür, wie man missliebige, ,politisch unkorrekte’ Aussagen Andersdenkender diskreditiert.“

Sehr erstaunt war ich, in der Erwiderung „Das Denkmal ist dem Thema angemessen“ im BA-Leserforum Gedankenfragmente über „Schuld“ und sogar über „Hitler und Konsorten“ zu lesen. Das war nicht das Thema. Aber es gehört zu den Ritualen mancher öffentlichen Diskussion, dem Kontrahenten mit Hilfe der antifaschistischen Rhetorik einen Strick zu drehen.

Man ist „betroffen“, „empört“, „fassungslos“, man diffamiert und kann sich ohne die Mühen einer sachlichen, argumentativen Auseinandersetzung moralisch überlegen fühlen. Doch „Denkverbote aus Gründen angeblicher politischer Korrektheit helfen nicht weiter“, erklärte die Junge Union 2014 in Wiesbaden.

Der Alltag zeigt jedoch, wer Euro-, EU-Kritik übt, wer die ungesteuerte Zuwanderung, die Ausländerkriminalität thematisiert, wird als europa- und ausländerfeindlich, islamophob, rechts und populistisch diskreditiert und lächerlich gemacht. Laut einer Allensbach-Umfrage von 2016 trauen sich 40 Prozent der Deutschen aus Angst vor Ausgrenzung nicht mehr, ihre Meinung zur Migration offen zu sagen.

„Wahre politische Korrektheit“, so heißt es bei dem amerikanischen Journalisten B. Goldman, „ist Treue zur Verfassung, und die sollte gewährleisten, dass man debattieren kann, ohne verleumdet zu werden.“

Dieter Stephan

Bensheim

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional