Kirche

Steinerner Jubilar mit wechselvoller Geschichte

Archivartikel

Wer vom „Dom“ redet, der meint eine Kirche, die in ihrer Bedeutung deutlich höher angesiedelt ist als andere Gotteshäuser. Manchmal ist es die Größe, die ihn herausragen lässt, manchmal überzeugt die Architektur oder der künstlerische Wert.

Vor allem erhebt sich der Dom mit einer besonderen historischen Bedeutung über sonstige Sakralbauten. Der Name leitet sich vom lateinischen „domus“ ab, das schlicht für das „Haus“ steht. Seit dem 8. Jahrhundert werden bedeutende Kirchen als „Haus Gottes“ – „domus dei“ – bezeichnet.

Nicht jeder Dom hat einen Bischof - wie landläufig immer wieder behauptet wird. Ein Bischofssitz wird zwar fast immer auch Dom genannt, aber korrekterweise wird er als Kathedrale bezeichnet. In dem Gotteshaus befindet sich eine Kathedra, der Lehrstuhl des Bischofs. Sie hat einen herausgehobenen Platz beim Altar und hebt die dem Bischof verliehenen Vollmachten hervor.

Im Englischen und im Französischen der Begriff „Dom“ gleichbedeutend mit „Kuppel“ ist, wurden kuppelartige Gebäude ab dem 18. Jahrhundert dann gerne auch als Dom bezeichnet. Manchmal war es auch nur die liebevolle Erhebung der eigenen Kirche, wie der Titel „Dom der Bergstraße“ für St. Peter in Heppenheim zeigt.

Der Mittelpunkt der Stadt

Der nächste „echte“ Dom als ursprünglicher Bischofssitz ist der in Worms. Er ist zugleich auch einer der drei rheinischen Kaiserdome. Er ist das bedeutendste Bauwerk der Nibelungenstadt und nun 1000 Jahre alt. Auch er steht unter dem Patronat „St. Peter“. In dem Gotteshaus wurde 1048 Papst Leo IX. nominiert. 1122 fand das Wormser Konkordat statt, mit dem der Investiturstreit beendet wurde. Kaiser und Könige waren in St. Peter zu Gast. Kaiser Friedrich II. heiratete 1235 Isabella von England. Im Schatten des Doms fand 1521 auch der Reichstag zu Worms statt, bei dem sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste. Bis 1801/02 war St. Peter die Kathedrale des Bischofs von Worms.

Das schon in der Spätantike begründete Bistum erreichte in der Karolingerzeit und im Hochmittelalter seinen Höhepunkt an Macht und Einfluss. Durch die Reformation verlor es einen Großteil seiner Pfarreien Zum Bistum Worms zählten zum Beispiel die Dekanate Lampertheim, Weinheim, Heidelberg oder Bad Wimpfen.

Der Dom ist noch heute Mittelpunkt der Stadt am Rhein. Sein Bau begann im 11. Jahrhundert unter Bischof Burchard. 1018 wurde er in Anwesenheit des Kaisers geweiht.

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