Bergstraße

Aktien

Kleinanleger schaden sich meistens selbst

„Kurse fallen, Aktionärszahlen steigen“, BA vom 7. März 2019

In der „gewissen Gleichgültigkeit“ gegenüber dem Aktienkauf erkenne ich ein vernünftiges Verhalten einsichtiger Bürger, die erkannt haben, dass Kleinanleger sich meistens selbst schaden, indem sie mit ihrem Einstieg ins Spekulationsgeschäft sogar das Wachstum der Armuts-Reichtumsschere anfeuern. Dazu ein ganz simples Beispiel:

Ein (fiktiver) Herr Müller erwirbt eine Aktie an einem Immobilienunternehmen, welches Studentenwohnungen baut und vermietet. Er „gewinnt“ mit seinen Tausend Euro Einsatz bereits im ersten Jahr 50 Euro(Dividende) und rechnet – nach einem unverbindlichen Gespräch mit seinem Anlageberater – damit, dass sich sein „Wertpapier“ innerhalb von 15 Jahren verdoppelt.

Wenn Herr Müller allerdings Pech hat, dann folgen sehr viele Kleinanleger seinem Beispiel und die Aktiengesellschaft ersetzt das Wohnheim, in welchem Müllers Tochter für 360 Euro residierte, durch einen Neubau, für den die Monatsmiete moderat auf 410 Euro erhöht wird. Herr Müller finanziert seine jährlichen 50 Euro Gewinn also mit 600 Euro Mehraufwand jährlich, bis seine Tochter mit dem Studium fertig ist. Das funktioniert so auch mit Arzneimitteln, Autozubehör, Elektrogeräten und, und, und ...

Gewinnen können also nur Großinvestoren. Zinsen, Provisionen und Renditen aus Geldanlagen sind immer schmarotzerhafte Teilhabe an der Wertschöpfung der produzierenden Bürger, also Wert-Abschöpfung!

Die in dem Artikel zitierte Geschäftsführerin des des Deutschen Aktieninstituts, Christine Bortenlänger, scheint in ihrer kapitalfreundlichen selektiven Wahrnehmung, dass Geld „arbeiten“ könne, gefangen zu sein, und sollte die „gewisse Gleichgültigkeit“ vernünftiger Bürger einfach akzeptieren.

Arno Meyer

Heppenheim

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