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Wenn das Boot am Haken hängt

Archivartikel

Wer mit dem Boot unterwegs ist, kennt das Problem: Der Weg zum Wasser ist oft schwierig. Denn dabei ist eine Menge zu beachten - vom passenden Trailer bis zur ausreichenden Anhängelast des Zugwagens und dem ausreichenden Führerschein.

"Der Trailer sollte genau auf das jeweilige Boot abgestimmt sein", so der Anhängerkupplungs-Spezialist Rameder. Zuvor gelte es natürlich zu prüfen, ob das eigene Zugfahrzeug auch mit dem Gesamtgewicht zurecht komme: "Pkw dürfen maximal 3,5 Tonnen an den Haken nehmen, doch das schaffen meist nur große Geländewagen und SUV".

Entscheidend sind auch noch die Maße des Bootes: Dessen Breite samt Anhänger sollte 2,55 Meter nicht überschreiten. Mit Sondergenehmigung sind bis zu drei Meter Breite möglich. Die Höhe darf maximal vier Meter betragen, die Länge des Anhängers inklusive Deichsel zwölf Meter bei einer Gesamt-Gespannlänge von 18 Metern.

Auch die Fahrerlaubnis des Bootseigners kann sich als begrenzender Faktor erweisen: Seit 1999 dürfen mit dem Pkw-Führerschein der Klasse B nur noch Gespanne mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen bewegt werden, wobei der Anhänger selbst eine zulässige Gesamtmasse von maximal 750 Kilo aufweisen darf. Der "kleine" Hängerführerschein (B96), Klasse B mit Schlüsselzahl 96, endet bei 4,25 Tonnen für die zulässige Gesamtmasse des Gespanns, "was auch nicht gerade üppig ist", so ein Rameder-Sprecher. Meist lohnt es sich deshalb, besser gleich die Klasse BE zu machen, die Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen erlaubt. Fein raus ist, wer noch einen alten Führerschein der Klasse 3 besitzt oder diesen auf das neue Scheckkartenformat umschreiben lassen hat. Er darf ebenfalls Anhänger bis 3,5 Tonnen ziehen.

Doch auch die Besonderheiten von Fahrten mit schweren Bootsanhängern sind ein Thema. Der Bremsweg eines Pkw verlängert sich durch Anhängelast spürbar. Die Experten von Rameder empfehlen, bei längeren Bergabfahrten einen niedrigen Gang einzulegen, um die Motorbremswirkung auszunutzen und so die Bremsen zu schonen. Weil viele Trailer nur für eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zugelassen sind, sollte genügend Zeit für die Reise eingeplant werden. Es ist allerdings auch möglich, eine 100-km/h-Zulassung für ein bestimmtes Gespann zu beantragen.