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Im Test Mazda hat mit dem MX-5 RF einen Sportwagen geschaffen, der seiner Gattung alle Ehre macht

Tief, hart und wendig

Leverkusen.Es gibt sie noch, die richtigen Sportwagen, die klein, stark, wendig sind - und tief, hart, unbequem. Ein wunderbarer Vertreter dieser Gattung ist der Mazda MX-5 RF. Als Bruder des klassischen Roadsters mit Stoffverdeck trumpft der RF mit einer sehr ästhetisch gezeichneten Linie und einer pfiffigen Dachkonstruktion auf, die ihn zu einem wetterfesten Coupé-Cabrio macht. Ein Test.

Wie eine Flunder liegt der Mazda flach und breitbeinig auf der Straße. Lediglich die 205er Reifen sehen an ihm etwas schmal aus. Und der Gedanke an Enge huscht auch beim Einsteigen durch den Kopf. Für Menschen von über 1,80 Metern und mit Nichtidealgewicht geht es recht eng zu. Aber warum soll es dem Beifahrer besser gehen: Lange Beine müssen angezogen werden. Die Sitze (von Recaro) umschließen das Becken wie ein Schraubstock. Sportlichkeit hat ihren Preis.

Die vierte Generation des Mazda MX-5, der im japanischen Hiroshima gebaut wird, wurde im Vergleich zur dritten wieder leichter, kleiner, direkter. Und sogar so winzig, dass noch nicht mal Platz für ein Handschuhfach blieb. Doch wer will da klagen, ein flinker Flitzer braucht eben andere Qualitäten als eine Reiselimousine. Da wäre es ebenso absurd, sich über den kleinen Kofferraum zu mokieren.

Mit dem drehfreudigen 160 PS starken 2.0-Liter-Benziner unseres Testwagens ist der 1130 Kilo leichte Zweisitzer perfekt motorisiert. Mazda verzichtet entgegen dem derzeitigen Trend auf einen Turbolader, setzt weiter auf Saugmotoren. Und die brauchen etwas Drehzahl, um lebendig zu wirken. Akustisch untermalt der MX-5 das Ganze mit einem dezenten Knurren. Dazu harmoniert das hervorragende Sechsgang-schaltgetriebe, das mit kurzen Wegen überzeugt. Die präzise Lenkung ermöglicht es, mit dem Mazda passgenau durch Kurven zu wuseln - Partien auf Landstraßen lassen die Mundwinkel nach oben schnellen. Das passiert auch beim Verbrauch: Die Differenz zwischen Werksangabe und Realität zeigt: 6,6 Liter Benzin sagt der Hersteller, 6,8 Liter waren es im Test. So soll das sein.

Coupé wird zum Cabrio

Herausragend beim RF (steht für Retractable Fastback, also etwa: versenkbares Verdeck) ist die Kappe, die den Mazda geschlossen zu einen schicken Coupé werden lässt. Binnen 13 Sekunden verschwinden die beiden Aluteile über dem Kopf und die Acryglas-Heckscheibe unter die Finnen, die sich erst heben und dann wieder senken. Beim Offenfahren verleihen die feststehenden Heckfinnen dem MX-5 RF dann ein sportliches Aussehen. Ein Windschott aus Acryl hinter den Kopfstützen hält während der Fahrt die Zugluft zurück. Zumindest ein bisschen. Der spätherbstlich kühle Fahrtwind ist kräftig zu spüren, wie es bei einem offenen Sportwagen auch sein soll. Bei diesem Mazda ist eben nichts weichgespült.

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