Auto

Test Mazda 2 Kizoku Sonderausstattung veredelt das B-Segment-Fahrzeug des japanischen Herstellers mit technischen Finessen und feinem Innenraum

Starkes Statement im Segment

Archivartikel

„Brot- und Butter-Auto“ ist eine leicht abfällige Bezeichnung für Fahrzeuge, denen der Glamour abgeht. Dass sie bei Design und Technik trotzdem Akzente setzen können, beweist der Mazda 2.

Wer Mazda fährt, der bekommt mit seinem Auto immer auch ein bisschen japanische Sprache und ein bisschen Zen mitgeliefert. „Kodo“ zum Beispiel ist die Bezeichnung für das Design bei Mazda, kann Herzschlag heißen und soll die natürliche Bewegung von Menschen oder Tieren in den Fahrzeugen widerspiegeln. „Jinba Ittai“ ist ein traditioneller japanischer Begriff, der die perfekte Harmonie zwischen einem reitenden Bogenschützen und seinem Pferd beschreibt und bei Mazda für das perfekte Zusammenspiel von Fahrer und Fahrzeug steht. Und jetzt also Kizoku: Der Langenscheidt übersetzt das Wort mit „Adel“ und es steht beim Mazda 2 für die Verbindung des Edlen mit dem Sportlichen. Unphilosophisch gesprochen: Die Kizoku-Sondermodelle veredeln den Mazda 2 mit technischen Finessen und feinem Innenraum.

Schon das Design verrät, dass Mazda im Premiumbereich etwas bewegen will. Vorne dominiert der Kühlergrill, der auch den größeren Mazda-Modellen ihr besonderes Aussehen gibt. Tief sitzen die Scheinwerfer, die Motorhaube strebt nach oben. Einbuchtungen im unteren Türenbereich charakterisieren die Seitenlinie. Hinten reichen die Rückleuchten weit in die Heckklappe hinein.

Bei den Kizoku-Sondermodellen unterstreichen schwarze 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und die abgedunkelten Scheiben im Fondbereich den Anspruch auf Exklusivität. Und das „Matrixgrau“ des Testfahrzeugs ist eine Farbe, die sonst eher bei den großen Limousinen aufgetragen wird.

Die Bezeichnung „Skyactiv G 75“ steht für das 75-PS-Aggregat. 75 PS sid nicht viel, aber hier, in dem nur knapp eine Tonne schweren Fahrzeug, ist es mehr als genug. Der Motor produziert seine Höchstleistung bei 6000 Umdrehungen pro Minute und bietet 135 Newtonmeter Drehmoment bei 3800 U/min an. Seine mit Fünfgang-Handschaltung auf die Straße gebrachte Power erlaubt kraftvolle und schnelle Überholvorgänge ebenso wie ruhiges Cruisen auf der Autobahn. Einziger Nachteil: Die Kraft des Motors entfaltet sich erst in den oberen Drehzahlbereichen, dort wo eben auch am meisten Sprit verbraucht wird. Der G 75 beschleunigt den Mazda 2 in 11,3 Sekunden auf 100 Stundenkilometer und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 171 km/h. Mit 5,9 Litern Super-Kraftstoff auf 100 Kilometer im „Normalbetrieb“ (4,9 Liter laut Werksangabe ist man dennoch sparsam unterwegs.

Der 1,5 Liter große Saugmotor mit Direkteinspritzung hat eine hohe Verdichtung und eine niedrige mechanische Reibung. Die stärkeren Versionen dieses Aggregats sind der G 90 und der G 115 mit 115 PS beziehungsweise 90 PS. Deren maximales Drehmoment beträgt jeweils 148 Newtonmeter bei 4000 U/min. Alle Leistungsstufen erfüllen bereits jetzt die Abgasnorm Euro 6d-Temp – die ab September 2019 für alle Neuzulassungen verbindlich wird – ohne dass ein zusätzlicher Benzin-Partikelfilter eingebaut werden muss.

Unterwegs, in Alltagssituationen, machte der Mazda 2 dem FN-Tester nie Probleme, auch nicht bei schnellen Kurvenfahrten – wohl auch dank der Fahrdynamik-Regelung G-Vectoring Control.

Das ist ein Software-basiertes System (also kein zusätzliches Gewicht), das durch minimale Anpassungen des Motordrehmoments das Fahrverhalten verbessert und stabilisiert. Das GVC-System erlaubt es, die Radlasten zu variieren, dadurch mehr Kraft an ein Rad zu übertragen und damit Einlenkverhalten, Traktion und Kurvenstabilität zu verbessern.

Bei der Sicherheit kann der Fahrer auf zahlreiche Assistenten vertrauen (wie sie sonst nicht unbedingt typisch für das B-Segment sind), die in der Kizoku-Sonderserie durch ein serienmäßiges Technik-Paket mit City-Notbremsassistent Plus, Fernlichtassistent, Head-up Display, schlüsselloses Zugangssystem und Müdigkeitserkennung ergänzt wird.

Doch zurück in den hochwertig ausgestatteten Innenraum, der genügend Platz auch für die Mitfahrer auf den Rücksitzen bietet (nur das Platzangebot im Kofferraum ist mit 280 Litern nicht gerade üppig).

Die meisten Funktionen des Fahrzeugs lassen sich über das Multifunktionslenkrad steuern. Zudem bringt der Mazda 2 mit dem Konnektivitätssystem MZD Connect das Internet ins Auto. Das in der Kizoku-Ausstattung serienmäßige System bietet einen hochauflösenden 7,8-Zoll-Touchscreen sowie einen zentralen Multi Commander. Es bindet das Smartphone des Nutzers ins Auto ein.

Außerhalb der Sonderserie Kizoku wird der Mazda 2 in den vier Ausstattungslinien Prime-Line, Center-Line, Exclusive-Line und Sports-Line angeboten (wobei der getestete Kizoku seinen Mehrwert auf der Basis der Center-Line erbringt). Die Preise liegen je nach Motorvariante zwischen 12 890 und 17 890 Euro, für die Kizoku Sondermodelle zwischen 16 690 und 21 390 Euro.