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Test Mercedes A 250 7G-DCT 4Matic Vierte Generation setzt Maßstäbe in der Kompaktklasse / Komplett überarbeiteter Innenraum / Bärenstarker Vierzylinder mit 224 PS

Sportskanone mit künstlicher Intelligenz

Die vierte Generation der A-Klasse von Mercedes setzt im Segment der Kompaktwagen Maßstäbe. Das Topmodell A 250 treibt es dabei in puncto Fahrkomfort, Ausstattung, Technik und Sportlichkeit auf die Spitze.

Die A-Klasse kennt man, schätzt man und fährt man gerne. Schick, kompakt, dynamisch – technisch über alle Zweifel erhaben.

Das Exterieur steht für Sportsgeist und Dynamik. Angefangen bei der markanten Front mit tiefgezogener Motorhaube, flachen LED-Scheinwerfern mit Chromelement und Tagfahrlichtern. Der knackige Sternengrill ist an sich schon ein Hingucker, wirkt aber mit Pins in Diamantoptik (optional) und einer silbernen Zentral-Lamelle noch sportlicher.

Von der Seite betrachtet erfährt das Fahrzeug durch einen gegenüber der Vorgängerbaureihe vergrößerten Radstand und eine auffällige Charakterlinie eine optische Streckung. Die Motorhaube fällt nun noch stärker nach vorne ab und betont so die dynamische, steile Front. Vergrößerte Radhäuser bieten Platz für Räder von 16 bis 19 Zoll und lassen den edlen Kompakten noch satter auf der Straße stehen.

Ein Blickfang ist auch das Heck mit breiten Schultern, schmalen Rückleuchten und ausgelagerten Rückstrahlern im zweiteiligen Stoßfänger. Das Design der A-Klasse wurde also nochmals nachgeschärft.

Das alles ist aber nichts gegen das, was Ingenieure, Techniker und Designer im Innenraum veranstaltet haben. Hier hat Mercedes so richtig auf die Pauke gehauen und ein regelrechtes Feuerwerk an Neuheiten gezündet. Optisch, haptisch und technisch wird die Messlatte hier so richtig hoch gelegt, was aber (leider) auch mit erheblichen (Zusatz-)Kosten einhergeht. Trotzdem, was Mercedes im Innenraum auffährt, ist schon „A-Klasse“.

Es versteht sich fast von selbst, dass Verarbeitung und Materialauswahl erstklassig sind. Deshalb muss man nicht viele Worte darüber verlieren, wie bequem man sitzt. Das Cockpit sorgt an anderer Stelle für Redebedarf: Vor allem der Bereich der Instrumententafel und die komplette Frontpartie wurden überarbeitet. Der flügelförmige Grundkörper spannt sich ohne Unterbrechung von einer Vordertür zur anderen. Das Widescreen-Display (optional) steht völlig frei, flankiert von Lüftungsdüsen in sportlicher Turbinenoptik. Steuern lassen sich die Darstellungsmodi des Displays über kleine Touchpads auf dem Lenkrad. Es braucht allerdings etwas Übung, bis man das nötige „Fingerspitzengefühl“ dafür hat, um auch während der Fahrt unabgelenkt und zielsicher schalten und walten zu können. Etwas leichter fällt dagegen die Bedienung des großen Touchpads auf der Mittelkonsole.

Die hochmoderne Instrumententafel teilt sich in zwei horizontale Körper auf: Der untere ist durch einen optischen „Graben“ vom Hauptteil der Instrumententafel getrennt und scheint davor zu schweben. Die individuell veränderbare Ambiente-Beleuchtung verstärkt diesen Effekt. Optional stehen 64 Farben – von neonpink bis königsblau – zur Auswahl.

In Sachen Multimedia und Vernetzung hat wohl kein Konkurrent mehr zu bieten. Das optionale System, das Mercedes kurz „MBUX“ nennt (lang: Mercedes-Benz User Experience) soll eine neue Ära der Konnektivität einläuten und feierte in der A-Klasse seine Premiere.

Außergewöhnlich ist die Lernfähigkeit dank künstlicher Intelligenz. MBUX ist individualisierbar und stellt sich auf den Nutzer ein. Es schafft so eine emotionale Verbindung zwischen Fahrzeug, Fahrer und Passagieren.

Zum Beispiel über die Sprachsteuerung, die sich aktiviert, sobald der Fahrer oder Beifahrer „Mercedes“ sagt. Dann ist der Sprachassistent ganz Ohr und reagiert auf Aussagen wie „Fahr mich nach Tauberbischofsheim“, „Wie wird das Wetter in Wertheim?“, oder auch „Mir ist kalt“ sofort mit dem Start der Navigation, der Anzeige der Wettervorhersage oder der Erhöhung der „Raumtemperatur“.

Bei einem Vollblut-Sportler wie dem A 250 darf bei aller Technik-Begeisterung ein Blick auf die Fahrleistungen natürlich nicht fehlen. Der Zweiliter-Vierzylinder mit 224 PS ist sofort da, wenn man ihn braucht – kerniger Sound aus den trapezförmigen Endrohren inklusive. Wenn die Bahn frei ist, erreicht er mühelos die 250 km/h-Marke.

In puncto Durst hält sich der A 250 allerdings auch nicht zurück. 8,5 Liter waren es im Test und damit gut zwei Liter mehr als von Mercedes angegeben.

Mehr Freude kommt hinsichtlich des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes auf: Pfeilschnelle, aber butterweiche Gangwechsel geben absolut keinen Grund zur Klage. Genauso wenig wie die direkte Lenkung und das auf sportliches Fahren ausgerichtete Fahrwerk, welches das Kurvenfressen auf der Landstraße zum reinsten Vergnügen macht.

Fazit: Der A 250 ist eine echte Ansage. Multimedial, luxuriös, supersportlich – dieses Auto begeistert nachhaltig. Mercedes hat das Modell vollgepackt mit Leistung, Komfort und Technik.

Dafür muss man aber auch einen stolzen Preis in Kauf nehmen. Mindestens 36 461 Euro werden fällig. Da ist jedoch längst nicht alles drin, was die lange Ausstattungsliste zu bieten hat.