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Test Nissan Micra Acenta 0.9 IG-T 5MT Fünfte Generation des Kleinwagens soll den Geschmack der Europäer treffen

Moderne Technik mit persönlicher Note

Ganz nach dem Geschmack der Europäer soll er sein, der Nissan Micra der fünften Generation. Er gefällt wohl allen, die auf moderne Technik und schickes Design mit einer persönlichen Note setzen.

Der kleine Japaner sei in Europa speziell für Europäer entwickelt und auch produziert worden, betonen die Nissan-Verantwortlichen. Dabei habe man bei diesem im Vergleich zu seinen Vorgängern längeren, breiteren und flacheren, aber dennoch kompakten Micra "einen großen Sprung nach vorn" gemacht. Nicht nur diese markigen Worte machen neugierig auf den Kleinwagen. Der sieht auch gut aus.

Die Designer haben ihm ein schnittiges Blechkleid mit tief heruntergezogenem, V-förmigem Mini-Kühlergrill verpasst. Daneben "ziehen" sich die großen Scheinwerfer über die hohe Stoßstange nach hinten. Dynamik vermitteln auch die ansteigende Seitenlinie, das flache Dach und der kleine Spoiler.

Was fürs Auge ist ebenso das Micra-Cockpit. Wie so oft in Kleinwagen, dominiert auch bei diesem Modell der Kunststoff. Aufgelockert wird das Ganze jedoch durch Flächen in Stoff-Optik. Dazu gibt es viele Staufächer. Dort hat sogar eine 1,5-Liter-Flasche Platz.

Insgesamt kann der künftige Besitzer aus 100 Kombinationsmöglichkeiten von Karosseriefarbe, -folien sowie Innenraum-Designelementen das Auto ganz nach seinem Geschmack zusammenstellen.

Das Armaturenbrett wirkt aufgeräumt, alle Anzeigen sind gut ablesbar. Wichtige Bedienelemente, wie etwa für den Tempomat, lassen sich vom Lenkrad aus steuern. Ab der von den FN getesteten Ausstattungsvariante "Acenta" gibt es zwischen Tachometer und Drehzahlmesser ein zusätzliches Fünf-Zoll-Display. Damit hat man Daten etwa zum Spritverbrauch im Sichtfeld. Je nach Modell sind "fleißige Helfer" wie Verkehrszeichenerkennung, Totwinkel- und Spurhalte-Assistent serienmäßig eingebaut oder gegen Zuzahlung erhältlich. Den Notbremsassistent mit Kollisionswarnsystem gibt es schon in der Einstiegsversion ohne Aufpreis. Statistikfans haben ihre Freude an den per Bordcomputer abrufbaren Daten zur Fahrweise und zum ökologischen Fahrwert. Es gibt Punkte und Balkendiagramme zu den Kategorien Beschleunigen, Fahren und Bremsen.

In Kombination mit den bequemen Sitzen, dem höhen- und tiefenverstellbaren Lenkrad und einer ausreichenden Kopffreiheit können es sich Fahrer und Beifahrer bequem machen. Auf den hinteren Sitzen geht es - typisch Kleinwagen - enger anders zu. Es empfiehlt sich, den mittleren der drei Rücksitze maximal auf Kurzstrecken zu besetzen.

Prima ist durch die steil gestellte Frontscheibe und die schmale A-Säule die Sicht nach vorne und zur Seite. Ganz anders sieht es aber beim Blick nach hinten aus. Der ist nämlich ziemlich eingeschränkt. Das liegt nicht nur an der ansteigenden Seitenlinie, sondern vor allem an der wuchtigen C-Säule. Geschuldet ist diese auch der Spielerei, die Griffe der hinteren Türen oben in den Fenstern zu integrieren. Das sieht zwar schick aus, die Handhabung ist aber gewöhnungsbedürftig.

Unter diesen Umständen wünscht man sich beim Rückwärtsfahren oder Einparken ein Distanzkontrollsystem oder eine Kamera. Beides gibt es beim Micra - entweder gegen Aufpreis oder in der Top-Ausstattungsversion "Tekna". Nicht schlecht wäre zudem eine niedrigere Ladekante. Pluspunkte sind dagegen die asymmetrisch teilbare Rücksitzbank und das mit 300 Litern für einen Kleinwagen große Kofferraumvolumen.

Nissan bietet den Micra in drei Motorisierungen (alle mit Fünfgang-Getriebe) an. Die Dreizylinder-Benziner gibt es mit 1,0 Liter Hubraum oder als Turbo mit 0,9 Litern. 1,5 Liter sind es beim Vierzylinder-Turbo-Diesel. Erhältlich sind fünf Modelle: "Visia" (Benziner 12 990 Euro/Diesel 16 190 Euro), "Visia plus" (Benziner: 14 590 Euro/15 790 Euro; Diesel: 17 790 Euro), "Acenta" (Benziner: 15 990 Euro/17 190 Euro; Diesel: 19 190 Euro), "N-Connecta" (Benziner: 18 590 Euro; Diesel: 20 590 Euro), "Tekna" (Benziner: 19 990 Euro; Diesel: 21 990 Euro).

Beim FN-Test erweist sich der "Acenta" mit dem 0,9-Liter-Turbo als wendig und agil. Dank Fahrtkomfortregelung sind Bodenwellen kaum zu spüren. Im Stadtverkehr und auf der Landstraße "schnurrt" er munter vor sich hin, die Geräuschkulisse im Innenraum liegt absolut im Rahmen. Auch auf der Autobahn hält er mit dem fließenden Verkehr gut mit, wenn man ihn konsequent schaltet und höher drehen lässt. Dann meistert er Steigungen problemlos. Über das Ziel hinausgeschossen ist der Micra im Test beim Spritverbrauch. Die angekündigten 4,4 Liter (kombiniert) Benzin auf 100 Kilometer hat er mit 6,7 Litern klar übertroffen.