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Kia Ceed Sportswagon: Elegant, aber auch praktisch

Archivartikel

Im Prinzip sollten Kombis vor allem praktisch sein, denn das ist ihre eigentliche Daseinsberechtigung. Mit zunehmender Orientierung an schickem Design büßen immer mehr Modelle an praktischem Nutzen ein. Sogenannte "Lifestyle-Laster" sehen zwar schnittig und modisch aus, doch gleichzeitig schrumpft der Platz für Insassen und Gepäck. Nicht so beim neuen Kia Ceed Sportswagon. Die Kombiversion des kompakten Fünftürers und VW Golf-Rivalen Kia Ceed setzt sich mit ungewöhnlich guten Platzverhältnissen für Passagiere und Gepäck in Szene.

Der neue Korea-Kombi ist dadurch und dank vieler Details sehr praktisch sowie variabel nutzbar. Und: Rein optisch macht er ebenfalls eine gute Figur. Dafür garantiert seit gut zehn Jahren bei Kia und der Schwestermarke Hyundai ein deutscher Designer aus dem oberbayerischen Bad Reichenhall: Peter Schreyer. Unter seiner formgebenden Führung entwickelten sich beide südkoreanischen Marken vom einstigen Billigangebot zum Geheimtipp und mittlerweile zum Rivalen auf Augenhöhe für die etablierten Hersteller.

Dazu kommen weitere handfeste Vorteile: Auch auf den Sportswagon gibt Kia üppige sieben Jahre Garantie - spätestens dies macht ihn zur ernstzunehmenden Alternative zu beliebten Kompakt-Kombis hierzulande wie VW Golf Variant, Opel Astra Sports Tourer oder den ebenfalls brandneuen Ford Focus Turnier. Der Kia Ceed Sportswagon startet als 100 PS-Benziner bei knapp 16.990 Euro.

Besonders beim Gepäckraum glänzt der 4,60 Meter lange Koreaner im Normalzustand mit stolzen 625 Litern - immerhin 20 Liter mehr als beim Bestseller VW Golf Variant. Sehr praktisch: Per seitlichem Hebel lassen sich die Rücksitzlehnen leicht und schnell umlegen, und so entsteht im Nu eine ebene Ladefläche. Beim Maximalvolumen (1.694 Liter) schlägt der Ceed Sportswagon den Golf Variant sogar um stolze 74 Liter. Dieses Mehrvolumen ist vergleichbar mit zwei Getränkekisten. Gegen Aufpreis verwöhnt der Sportswagon mit praktischen Details zur Ladungssicherung wie einer einfach zu bedienenden, verschiebbaren Schiene. Lobenswert, weil rückenschonend: Die Ladekante der dritten Sportswagon-Generation ist deutlich niedriger als beim Vorgängermodell. In zwei Fächern im Boden lassen sich viele Gegenstände verstauen, auch die Anhängerkupplung.

Bis zur mittleren B-Säule sind der kompakte Golf-Rivale Kia Ceed und seine Kombi-Version Sportswagon absolut identisch - samt der auffälligen und für Kia markentypischen "Tigernase" an der Front. Entscheidend für die praktischen Vorteile des Kia-Kombi: Seine Dachlinie fällt nach hinten kaum ab, das bringt Kopffreiheit im Fond und Ladevolumen. Überhaupt geht es auf den Rücksitzen sehr geräumig zu. Das vordere Interieur des Ceed Sportswagon gleicht absolut dem der Limousine: Überall hochwertige Materialien, tadellose Verarbeitung, gute Platzverhältnisse und Ergonomie.

Je nach Ausstattungs-Version gibt es umfangreiches Infotainment samt Abbildung der Bilder aus der Rückfahrkamera. Der große, gut ablesbare Bildschirm stammt aus dem Mini-SUV Kia Stonic und ist leicht fahrerorientiert platziert. Zur reichen Auswahl an Assistenzsystemen für den Sportswagon gehören ein hilfreicher Spurwechselassistent mit Toter-Winkel-Warner und ein Stauassistent, der den Ceed-Kombi selbstständig bis 130 km/h steuert. Die Hände müssen dabei am Lenkrad bleiben.

Auch bei der Motorisierung gleichen sich der Fünftürer und die Kombiversion: Für den Kia Ceed Sportswagon stehen drei Benziner und zwei Diesel zur Wahl. Alle erfüllen Euro 6d-Temp. Die Benziner reichen von 100 über 120 bis 140 PS, die Diesel bringen 115 und 136 PS Leistung. Der von uns getestete, besonders sparsame 1,6-Liter-Diesel mit 136 PS kommt laut Normverbrauch mit 4,3 l/100 km aus. In der Praxis werden zwar daraus immer mindestens 5,0 Liter, aber das ist vertretbar. Der Motor agiert kraftvoll und insgesamt sehr kultiviert. Sein wuchtiges Drehmoment von 280 Nm steht bereits zwischen 1.500 und 3.000/min parat, um für kraftvollen Vortrieb und flotten Antritt beim Überholen zu sorgen. Allerdings: Die Geräuschkulisse des 1,6-Liter-Diesels könnte dezenter sein, denn gerade bei langsamerem Tempo und etwas höheren Drehzahlen hört man sehr deutlich, was der Selbstzünder gerade treibt. Unterm Strich ist der damit angetriebene Kia Ceed Sportswagon dennoch ein äußerst interessanter, typischer Kombi für Langstreckenfahrer und startet bei knapp 24.990 Euro.

2019 wird Kia einen noch sparsameren Mildhybrid-Diesel nachreichen. Und für all jene, die am praktischen Koreaner etwas Glanz und Gloria vermissen: einen Lifestyle-Kombi namens ProCeed. Der Schönling wird zugunsten coupéhafter Linienführung mit weniger Laderaum angeboten - also für jeden etwas in Sachen Kia Ceed Kombi. Alles in allem kann man stark davon ausgehen, dass der Kia Ceed Sportswagon den etablierten Kompakt-Kombis ganz schön Konkurrenz machen wird.

Ralf Schütze / mid

Technische Daten Kia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi 136

Fünfsitziger und fünfsitziger Kompakt-Kombi, Länge/Breite(ohne Spiegel)/Höhe/Radstand in Millimeter: 4.600/1.800/1.465/2.650, Leergewicht: 1.425 kg, zul. Gesamtgewicht: 1.920 kg, max. Zuladung: 492 kg, max. Anhängelast gebremst: 1.500 kg, Kofferraumvolumen: 625-1.694 l, Tankinhalt: 50 l, Preis: ab 24.990 Euro.

Motor: Reihenvierzylinder-Diesel, Hubraum: 1.598 ccm, Leistung: 100 kW/136 PS bei 4000 U/min, max. Drehmoment: 280 Nm bei 1500 - 3000 U/min, Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 10,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, Normverbrauch: 4,3 l pro 100 km, CO2-Ausstoß: 111 g/km, Sechsgang-Handschaltung, Frontantrieb.