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Test Mercedes E 400 T-Modell Kombiversion überzeugt mit Dynamik, Platzangebot und höchstem Komfort / Bärenstarker V 6-Motor mit 333 PS

Intelligenter und eleganter Luxusliner

Schönheit, Eleganz, Dynamik und moderne Technik in einer intelligenten Vereinigung - das ist das E-Klasse T-Modell von Mercedes Benz. Ein Luxusliner mit Fahrspaß-Garantie und viel Platz für Kind und Kegel.

Es ist das vielleicht schönste Modell der Sternenflotte von Mercedes überhaupt. Klar, Geschmackssache - wie alles. Aber bei der Beurteilung der Optik des E-Klasse T-Modells der neuesten Generation kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Was die Designer da auf die Straße gezaubert haben, ist schon was Feines. Längst nicht nur für die Ü 50-Fraktion, auch in der Altersklasse weit darunter treibt der Blickkontakt mit dem Luxus-Kombi zweifellos den Puls in die Höhe.

Das gilt allerdings auch für die Preisliste. Im günstigsten Fall kostet das E-Klasse T-Modell rund 48 000 Euro (E 200 d mit 150 PS). Wer neben der Sicherheit auch Wert auf Assistenzsysteme und Komfort legt, kann den Preis schnell deutlich in die Höhe treiben. Und wer mehr Power unter der Haube will, muss sowieso noch tiefer in die Tasche greifen, der getestete E 400 4Matic etwa kostet schon runde 66 000 Euro. Mit Vollausstattung stößt man da schnell bis in den sechsstelligen Bereich vor. Und wir sind noch immer bei der E- und nicht der S-Klasse.

Zurück zum Design: Bis zur B-Säule übernimmt das T-Modell den Auftritt der Limousine. Aus der langen Motorhaube entwickelt sich eine Silhouette, die über das langgezogene, sportlich abfallende Dach in ein kraftvolles Kombi-Heck fließt. Kurze Überhänge, langer Radstand und große Räder sorgen für dynamische Proportionen. Die niedrigen, gestreckten Seitenscheiben lassen in Kombination mit der hohen Bordkante den Fahrzeugkörper flacher und länger wirken und kaschieren so das große Raumangebot des schicken Luxusliners.

Das Kofferraumvolumen von 695 Litern spricht für sich, zumal es sich noch auf bis zu 1950 Liter erweitern lässt.

Auch im Inneren bedient sich das T-Modell bei der Limousine. Die Armaturentafel prägen auf Wunsch zwei breite, hochauflösende Displays mit jeweils 12,3 Zoll Bilddiagonale. Unter einem gemeinsamen Deckglas verschmelzen sie zu einem Widescreen-Cockpit.

Für sportliche Fahrer, die es so richtig wissen wollen, bietet das Fahrzeug einen eigenen Sportmodus und die obligatorischen Schaltwippen am Lenkrad. Das könnte sich bei einem E 400 mit V6-Motor und 333 PS lohnen. Stimmt, doch ehrlich gesagt wurde beides im Test nicht wirklich genutzt, sondern - wie so manche andere Funktion auch - höchstens mal "ausprobiert". Die fein abgestimmte Komfort-Einstellung bietet immer noch genug Dynamik, aber eben vor allem ein Höchstmaß an Wohlfühlatmosphäre für alle Insassen. Man kommt gar nicht auf die Idee, daran etwas zu ändern. Aber der Wagen kann es - und das ist in diesem Segment nunmal Pflicht. Wie so vieles andere auch. Und das führt dazu, dass auch das E-Klasse T-Modell vollgestopft ist mit elektronischen Helfern. Die sorgen teilweise für Entzücken, teilweise erweisen sie sich als überflüssig. Manche von ihnen sind aber auch einfach nur unglaublich beeindruckend. Wer sich zum Beispiel das je nach Ausstattungslinie mindestens 9000 Euro teure "Mercedes-Benz Intelligent Drive Professional" leistet, bekommt die volle Dröhnung an modernster Technik und merkt schnell, das autonomes Fahren längst nicht mehr nur bloße Theorie ist. Adaptiver Spurhalteassistent und Totwinkelwarner kennt mittlerweile jeder. Eine Verkehrszeichenerkennung, die die Geschwindigkeit auf Wunsch den Vorgaben anpasst, oder eigenständiges Überholen beim Setzen des Blinkers auf der Autobahn, sind schon wieder eine andere Hausnummer. Miteinander kombiniert ist das eine runde Sache und eine echte Entlastung - etwa in einem Stau, aber auch beim gemütlichen Cruisen auf langen Strecken.

Faszinierend ist auch die Präzision des Parkassistents, der das T-Modell mit seinen fast fünf Metern Länge ohne jede Mitwirkung des Fahrers in Quer- oder Längs-Lücken manövriert. Ein eigenartiges Gefühl. Aber auch ein Erlebnis, das man sich nach dem etwas gruseligen ersten Mal gerne immer wieder zu Gemüte führt. Man muss dabei nicht mal im Wagen sitzen. Via Smartphone-App lässt sich das Einparken auch erledigen - dann kann der Fahrer von außen zuschauen, wie sich seine E-Klasse in eine enge Parklücke bugsiert. Dabei bekommt er allerdings sicher Gesellschaft von verblüfften Passanten.