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Ford Mondeo Vignale Hybrid Autobauer verbinden interessante Kombination von Elektro- und herkömmlichem Antrieb mit luxuriöser Eleganz

Gute Fahrweise lässt Blätter wachsen

Archivartikel

Eleganz gepaart mit der Kombination von Elektro- und herkömmlichem Antrieb: Damit punktet der Mondeo Vignale Hybrid. Bei seinem Flaggschiff setzt Ford auf Luxus.

Von

Susanne Marinelli

Die Blicke der Passanten sind einem so gut wie sicher, wenn man mit einem Mondeo Vignale unterwegs ist. Denn seine geschwungene Silhouette, verbunden mit dem sparsamen Einsatz von Chrom an den Scheinwerfern, den Seitenscheiben sowie den leicht über die Türen nach hinten hin ansteigenden Zierleisten, fällt ins Auge. Letztere strecken den Wagen zudem optisch und verleihen ihm einen sportlichen Touch.

Ein weiterer Hingucker ist der Kühlergrill in Wabenoptik mit großem Lufteinlass. Er prägt das markante „Gesicht“ der viertürigen Limousine.

Die Fronscheibe haben die Designer weit nach hinten gezogen. In Verbindung mit den schmalen A-, B- und C-Säulen sowie den Seitenfensterchen vorne und hinten ergibt das eine gute Rundumsicht.

Auch bei der Innenausstattung setzen die Autobauer auf schlichte Eleganz und hochwertige Materialien wie etwa Leder, Chrom oder Lack. Auf Vorder- und Rücksitzen ist das Platzangebot gut, so dass sich auch Großgewachsene nicht in die Quere kommen.

Das Armaturenbrett mit Kombi-Anzeige und großem Touch-Bildschirm wirkt aufgeräumt und ist angenehm übersichtlich. Der Bordcomputer und das Multifunktionsdisplay lassen sich einfach über Bedienelemente am Lenkrad steuern.

Bequem sind auch die Sportsitze. Diese gehören ebenfalls zur reichhaltigen Serienausstattung – genauso wie verschiedene innovative „Helferlein“. Auf der Liste stehen beispielsweise die adaptiven LED-Scheinwerfer, Berganfahr- und Fahrspur-Assistent inklusive Fahrspurhalte-Assistent und Müdigkeitswarner, die Geschwindigkeitsregelanlage mit Begrenzer, Rückfahrkamera sowie Park-Assistent mit Ein- und Ausparkfunktion.

Gegen Aufpreis zu haben ist der im Testwagen eingebaute Toter-Winkel-Assistent ebenso wie etwa Sicherheitsgurte mit Airbag oder das elektrisch verstellbare Lenkrad. Schade nur, dass beim Beifahrersitz geknausert wurde. Dieser war nur manuell einstellbar.

Während die Designer bei Optik, Ausstattung und Gestaltung des Innenraums punkten können, lässt der Kofferraum einige Wünsche offen. Hinter der weit heruntergezogenen Kofferraumklappe befindet sich eine hohe Ladekante. Und beim Blick ins Staufach hinein erhält der Begriff „Stufenheck-Limousine“ angesichts einer kleinen, verwinkelten „Empore“ eine neue Bedeutung. Darunter haben die Entwickler hinter der Rückbank die Lithion-Ionen-Batterie mit einer Leistungsaufnahme von 1,4 Kilowattstunden für den Elektroantrieb untergebracht.

Eine Ladebuchse zum Anschließen des Ladekabels wie bei den so genannten Plug-in-Motoren sucht man bei diesem Hybrid vergebens. Die Ford-Macher setzen vielmehr auf Energierückgewinnung (Rekuperation) – etwa beim Bremsen. Durch die Kombination von Elektro- und Zwei-Liter-Benzinmotor bringt der Viertürer 187 PS auf die Straße mit einer (nach Werksangaben) Spitzengeschwindigkeit von 187 Stundenkilometern.

Bei jedem Tempo liegt er gut in der Spur. Gibt man Gas, reagiert der Antrieb allerdings etwas träge. Das Fahrwerk ist sportlich abgestimmt, Unebenheiten steckt der Wagen gut weg.

Verabschieden müssen sich Fahrer dieses Hybrids von dem Gedanken, kürzere Strecken nur mit Elektro-Antrieb fahren zu können. Dafür ist die Batterie-Kapazität zu klein. Motor-Unterstützung heißt deshalb die Devise. Vorausgesetzt, das Gaspedal wird nur ganz leicht angetippt, ist der Wagen nach dem Start zunächst rein elektrisch und somit fast lautlos unterwegs. Doch diese Phase dauert in der Regel nur kurz. Sobald das Auto in Fahrt kommt, springt der Verbrennungsmotor an, ohne dass der Fahrer dies beeinflussen kann.

Der Wechsel der Energiequelle erfolgt stufen-, aber nicht lautlos. Letzteres liegt auch am stufenlosen Automatikgetriebe (CVT).

Das trägt zwar zur Optimierung des Spritverbrauchs bei. Doch vor allem beim Beschleunigen macht sich der Motor lautstark bemerkbar, und dröhnt im hohen Drehzahlbereich. Dagegen kann auch die eingebaute Gegenschallanlage nicht viel ausrichten.

Keinen großen Einfluss auf den Geräuschpegel hat der per Knopfdruck zu aktivierende EcoSelect-Modus, der einen geringeren Energieverbrauch verspricht. Nach Aussage von Ford werden dabei Komfort und Leistung leicht reduziert. Zu spüren ist das durch eine sanftere Beschleunigung und das verstärkte regenerative Bremsen.

Dank Bordcomputer hat der Fahrer Angaben zum Momentan-Verbrauch auf Wunsch immer im Blick. An- und abschwellende Diagrammbalken zeigen an, ob und mit welcher Leistung der Motor per Elektroantrieb gespeist, oder ob die Batterie geladen wird.

Wer besonders energiesparend unterwegs war, wird mit „Wirkungsgradblättern“ belohnt, die je nach Effektivität auf dem Bildschirm „wachsen“. Die Spielerei ist hübsch anzusehen, lenkt aber auch vom Blick auf die Straße ab.

Ford wirbt für seine zukunftsweisende Antriebstechnik mit einem geringen Spritverbrauch von vier Litern auf 100 Kilometer. Von diesem Wert blieb der Wagen im FN-Test mit 6,9 Litern jedoch weit entfernt.