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Test Kia Sportage 2.0 CRDi Kompakt-SUV glänzt mit schickem Design, viel Platz und hoher Flexibilität / Vierte Generation nochmals überarbeitet

Cooles Cruisen mit Kind und Kegel

Attraktives Design, hohe Flexibilität, gute Fahrwerte und ein überzeugendes Verhältnis aus Preis und Leistung. Es überrascht nicht, dass der Sportage der Bestseller von Kia ist und auch weiter bleibt.

Es geht in den Winterurlaub. Mit dabei: Vater, Mutter, zwei Kinder, ein Dackel. Das Gepäck für eine Woche (könnte auch für zwei reichen): Koffer, Taschen, Tüten, Proviant, Spielzeug, dies und das (viel davon). Die alles beherrschende Frage vor dem Beladen: Passt das alles rein in das Kompakt-SUV von Kia? Die – in erster Linie für den Vater – erleichternde Antwort: Ja, locker.

Die Kindersitze sind dank Isofix sicher angedockt und die lieben Kleinen sind bequem platziert, ohne die Füße in die Rückenlehnen der Vordersitze bohren zu müssen. Papa sitzt entspannt am Steuer und Mama kann – trotz Hund im Fußraum – die Beine ausstrecken. Für die lange Fahrt ist dank einer Vielzahl von Stau- und Ablagefächern alles griffbereit. Verpflegung, Schlafutensilien und „Kinderentertainment“ dürfen nicht fehlen.

Der Kia Sportage (ab 22 490 Euro) ist seit 25 Jahren ein Trendsetter: Beim Produktionsstart 1993 gehörte er zu den weltweit ersten SUV überhaupt und setzte fortan von Generation zu Generation dicke Ausrufezeichen im hart umkämpften Segment. Die aktuelle vierte Version präsentiert sich mit modernen Infotainment- und Sicherheitstechnologien, der sportlichen Ausführung GT Line sowie leistungsstarken Motoren. Zum Modelljahr 2019 wurde sie nochmals überarbeitet. Unter anderem gab es eine Frischzellenkur für das Design. Darüber hinaus wurde das Angebot an Sicherheits- und Infotainmentsystemen erweitert.

Wichtigste Erkennungszeichen des Modelljahrgangs 2019 sind neu gestaltete Stoßfänger, Scheinwerfer, Rückleuchten und Leichtmetallfelgen sowie seitliche Chromleisten und fünf neue Karosseriefarben. Die getestete Sportausführung GT Line (ab 35 690 Euro) zeigt darüber hinaus einen markanten Kühlergrill und umgestaltete LED-Nebelscheinwerfer.

Innen präsentiert sich der Sportage mit einem neuen Lenkrad und einer veränderten Instrumenteneinheit. Für den GT Line sind optional Ledersitzbezüge in Schwarz mit roten Nähten erhältlich. Auch technologisch hat Kia seinen Topseller weiter aufgerüstet. LED-Scheinwerfer setzen einen Hightech-Akzent in der neuen, dynamischen Frontoptik (je nach Ausführung). Ein Audiosystem mit Siebenzoll-Touchscreen und Smartphone-Integration ist ab Werk an Bord und unterstreicht das gestiegene Niveau der Basisausstattung. Sie beinhaltet neben Klimaanlage und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen jetzt auch Geschwindigkeitsregelanlage, Rückfahrkamera, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Dämmerungssensor und beheizbare Außenspiegel.

Ebenfalls deutlich erweitert wurde zum Modelljahr 2019 die Palette der Assistenzsysteme: um eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion, eine Rundumsichtkamera und einen Müdigkeitswarner.

Ansonsten setzt Kia beim Sportage auf Altbewährtes: Die Karosserie des Kompakt-SUV hat sich durch die Überarbeitung des Designs nur minimal verlängert: beim GT Line um 15 Millimeter (auf 4495), bei allen anderen Ausführungen um fünf Millimeter (auf 4485). Radstand, Breite und Höhe sind unverändert geblieben. Entsprechend ergiebig bleibt der Laderaum, der mehr als 500 Liter fasst. Absolut ausreichend für die Bedürfnisse einer vierköpfigen Familie (plus Dackel).

Dabei kommt das Thema Fahrspaß nicht zu kurz. Zum Modelljahr 2019 legt Kia sogar nochmal nach und rüstet den Sportage mit einer zukunftsweisenden Antriebspalette aus. Als eines der ersten SUVs überhaupt wird er mit einem Diesel-Mildhybridantrieb auf 48-Volt-Basis angeboten. Der 2.0 CRDi EcoDynamics+ (Test) ist mit 185 PS und 400 Nm Drehmoment zugleich die kraftvollste Motorisierung des Modells. Abgesehen von der Tatsache, dass er sich als Transporter hervorragend schlägt, lässt er sich dank großer Bodenfreiheit und des mit dieser Motorisierung serienmäßigen Allradantriebs mit automatisierter Kraftverteilung auch auf Schnee und Schotter, Wald- und Feldwegen sicher fortbewegen. Damit wird er zum echten Allrounder, der für alle Fälle gerüstet ist.

Auf bequemen Sitzen und mit gut abgestimmter Achtstufen-Automatik lässt es sich im Sportage – etwa auf langen Autobahnfahrten – gemütlich cruisen, ohne sich von der linken Spur fernhalten zu müssen. Der starke Diesel hat auch mit Vollbesetzung genug Zug, um mal eben auszuscheren und zu überholen. Erst bei rund 200 km/h erreicht die Tachonadel ihr Limit.

Dabei ist der Sportage kein Schluckspecht. Die von Kia angegebenen 5,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer sind gar nicht mal so unrealistisch. Bei entsprechend defensiver Fahrweise sollte die sechs vor dem Komma möglich sein. Im Test waren es durchschnittlich 7,4 Liter. Allerdings wurde dabei nicht unbedingt auf Sparsamkeit geachtet.

Nichts ist wichtiger als das Urteil der Familienmitglieder. Wenn der Sohn sagt: „scharfe Karre“, die Tochter betont: „ssickes Auto“, die Ehefrau feststellt: „praktische Familienkutsche“, und der Dackel eifrig mit dem Schwanz wedelt – dann ist das ein rundum gutes Zeugnis.