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2. Bundesliga: Die Würzburger Kickers treten morgen beim VfL Bochum an / Rico Benatellis Rückkehr in die Stadt, in der er seine Jugend verbrachte / Drei fehlen

Ein Mann für „den besonderen Moment“

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Fürst

Rico Benatelli kehrt mit den Würzburger Kickers beim Gastspiel in Bochum in seine Heimatstadt zurück. Trainer Bernd Hollerbach hält viel vom Mittelfeldspieler, doch dieser überlegt noch, ob er seinen Vertrag beim FWK verlängern sol.

© Frank Scheuring

Als sich die Profis der Würzburger Kickers an jenem Sonntag im Dezember nach dem 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart in den Armen lagen und sich über eine sensationell verlaufene Hinserie in der 2. Bundesliga freuten, ahnten sie nicht, dass die damals 27 Punkte auch zur schweren Bürde werden könnten. "Es war doch klar, dass es nicht immer so weiter geht", sagte FWK-Trainer Bernd Hollerbach gestern. Nach nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen 2017, war das Murren vom "Dalle" deutlich zu hören. Diese 27 Punkte aus den ersten 17 Spielen haben nämlich dazu geführt, dass die Kickers derzeit anders, kritischer betrachtet werden als ein Aufsteiger, der in der ersten Halbserie lediglich 15, 16 Punkte geholt hätte.

Morgen treten die Würzburger nun um 13 Uhr beim VfL Bochum an, einer Mannschaft, die insgesamt weit hinter den Erwartungen zurück geblieben ist, dem einzigen Team der laufenden Zweitliga-Saison aber auch, das daheim noch kein Spielverloren hat.

Ein Punktgewinn sollte nicht nur deshalb sehr schwierig werden; zudem müssen die Kickers beim Gastspiel im Ruhrpott nämlich auf drei Stammspieler verzichten: Junior Diaz und Sebastian Neumann sind wegen ihrer jeweils fünften Gelben Karte gesperrt, Nejmeddin Daghfous wieder verletzt. Der Einsatz zuletzt gegen Heidenheim kam zu früh. Erneut macht seine Knochenprellung Probleme.

Drei Fakten zum morgigen Gegner der Würzburger Kickers: VfL Bochum

Rückrundenstart: Der Rückrundenstart verlief beim VfL Bochum alles anders als erhofft. Denn nach nur einem Zähler aus den ersten drei Partien findet sich der VfL mit 23 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz wieder. Dabei brachte die Mannschaft von Trainer Gertjan Verbeek im kompletten Saisonverlauf gleich sechsmal eine eigene Führung nicht ins Ziel. Auch deshalb beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze gerade einmal sechs Punkte. Trotzdem wollen die Bochumer Verantwortlichen noch nichts von Abstiegskampf wissen. Zumal die gezeigte Leistung am zurückliegenden Spieltag bei Aufstiegsanwärter Hannover 96, trotz einer bitteren 1:2 Niederlage, durchaus in Ordnung war. "Niederlagen sind immer bitter. Ich denke, dass wir in Hannover nicht hätten verlieren müssen. Wir haben nun sechs Punkte Abstand nach unten und acht Zähler auf Platz sechs. Was glauben Sie, wenn ich so ein Spiel sehe, wo ich hinschaue. Nach oben natürlich", gibt sich VfL-Sportvorstand Christian Hochstätter kämpferisch.

Heimstärke: Hingegen präsentierte sich der VfL Bochum im heimischen "Vonovia Ruhrstadion" durchaus heimstark und fuhr dort bisher schon 17 Punkte ein (4 Siege, 5 Unentschieden). Zudem ist Bochum als einziger Zweitligist in der laufenden Saison vor heimischer Kulisse noch ungeschlagen. Die letzte Heimniederlage datiert gar vom 33. Spieltag der vergangenen Saison. Damals setzte sich Eintracht Braunschweig in Bochum mit 3:2 durch. Trotzdem ist die Stimmungslage beim VfL-Anhang durchaus angespannt. Dies wurde nach dem letzten Heimauftritt gegen den Karlsruher SC (1:1) offensichtlich, als deutlich einige Unmutsbekundungen der Zuschauer zu hören waren. Obendrein stellt Bochum die zweitjüngste Mannschaft der Liga, die eingesetzten Spieler waren durchschnittlich 25,1 Jahre jung - einzig die Spieler von Kaiserslautern sind jünger (24,8). Angreifer Johannes Wurtz fordert von den Zuschauern: "Für uns ist die Unterstützung des Publikums sehr wichtig. Denn Pfiffe bringen in dieser Situation niemandem etwas."

Fokussiert: "Wir haben gegen Hannover ein gutes Spiel gemacht. Daher müssen wir jetzt schnell den Kopf hochnehmen und gegen Würzburg zu Hause Punkte einfahren", blickt Alexander Merkel auf das Duell mit den Kickers voraus. Allerdings kassierten die Würzburger Kickers in der laufenden Saison erst drei Auswärtsniederlagen. Lobende Worte gab es von Christian Hochstätter für Trainer Gertjan Verbeek: "Wir haben einen Trainer, der nicht nur an sich denkt, sondern auch an diesen Verein." pati

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Somit müssen also andere Spieler die Führungsrolle übernehmen. Rico Benatelli ist so einer. "Rico könnte für den besonderen Moment sorgen", weiß auch Bernd Hollerbach, der aber nachschob: "Ich habe auch kein Problem damit, junge Spieler reinzuwerfen." Peter Kurzweg, Emanuel Taffertshofer und Sebastian Ernst sind hier Kandidaten.

Für Rico Benatelli ist das Spiel in Bochum zudem ein besonderes. Der Sohn des einstigen Bundesliga-Profis Frank Benatelli (192 Spiel für den VfL) stammt aus Bochum. "Ich bin dort aufgewachsen und habe in der Jugend für den VfL dort gespielt", sagte er gestern mit leuchtenden Augen. Noch heute fährt er an freien Tagen gerne "in den Pott" zu seiner Familie. Sie und Jugendfreunde werden morgen auch im altehrwürdigen Ruhrstadion, das heute den kommerziellen Beinamen "Vonovia" trägt, zugegen sein. Rico Benatelli glaubt, dass ihn eine Gänsehaut überziehen wird, wenn sie beim VfL, so wie das beim Einlaufen der Teams Usus ist, "Bochum" von Herbert Grönemeyer spielen werden.

Der 24-Jährige fühlt sich nach eigenen Angaben sehr wohl in Würzburg. Erste Gespräche über eine Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags bei den Kickers hat er während des Trainingslagers in Marbella schon geführt. In der kommenden Woche wird erneut Benatellis Berater der "Sports Entertainment Group" in Würzburg erwartet. "Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn weiter gerne hier hätte. Jetzt liegt es an ihm", so Hollerbach. Benatelli wollte "keine Wasserstandsmeldungen" abgeben.

Rückkehr zur Dreierkette?

Solche vermied Hollerbach auch, als es darum ging, wie er die "offenen Stellen" in der Anfangsformation besetzen wird. Nur so viel verriet er: "Wir können das übers Personal oder über das System auffangen." Das heißt: Sollten sich das Trainerteam für die Viererkette entscheiden, wird Lukas Fröde "von der Sechs" in die Innenverteidigung rücken. Dass links in der Kette Peter Kurzweg verteidigt, ist alternativlos. Möglich ist aber auch, dass "Holler" zur Dreierkette greift; das hat er in der Hinserie schon gemacht, als Innenverteidiger Schoppenhauer fehlte. Da die Kickers gestern nur 15 Minuten öffentlich trainierten, liegt es nahe, dass der Coach eine Systemänderung erwägt.

Und noch eine "Nebenerscheinung" der 27-Punkte-Vorrunde: Vor einigen Tagen hat die "Bild" auch den Namen Bernd Hollerbach genannt, als es um eine mögliche Nachfolge von Roger Schmidt bei Bayer Leverkusen ging. Der FWK-Trainer dazu: "Das finde ich respektlos unserem Verein und Roger Schmidt gegenüber." Ein Weggang von den Kickers sei "kein Thema".

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 17.02.2017
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